Pfründe

By Mahmoud Rambod · November 20, 2008 · Comment 

Am 3. November wurde der iranische Innenminister wegen seiner kriminellen Vergangenheit nun endlich von seinem parlamentarischen Mandat entlassen. Er wird bestimmt einen anderen und höheren Posten bekommen. Sein Nachfolger Sadegh Mahsooli ist aber wohl nicht besser als er. Er ist einer der reichsten Männer im Kabinett.

Warum? Weil er mit 21 Jahren Statthalter von Urumiyeh war und später millitärischer Kommandant wurde. Ahmadinejad behauptet, Mahsooli habe sein Vermögen zu einer Zeit gemacht, als er keine Positionen in der Regierung innehatte. Dies aber ist zu bezweifeln.

Auf jeden Fall ist der neue Minister jetzt schon wegen seines Reichtums in der Kritik.

convert this post to pdf.
Share this:
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google
  • Technorati
  • Furl
  • MisterWong
  • Slashdot
  • Wikio

Messerstecher

By Mahmoud Rambod · November 20, 2008 · Comment 

Meine Heimatstadt Zandjan ist für ihre Messerschmiedekunst bekannt. Diese Woche ist Ahmadinejad dorthin gereist. In seiner Rede vor der örtlichen Bevölkerung sagte er: Wir werden mit Zandjans Messern und ihrer Bevölkerung unseren inneren und äußeren Feinden die Hände und Füsse abhacken.

Damit hat er sich und die Einwohner der Stadt als Messerstecher bezeichnet. Im Iran gilt dieser Begriff als das größte Schimpfwort überhaupt.

convert this post to pdf.
Share this:
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google
  • Technorati
  • Furl
  • MisterWong
  • Slashdot
  • Wikio

Mumienstreit

By Martin Riexinger · November 20, 2008 · Comment 

Wurde das Tarimbecken im heutigen Sinkiang-Uigur von Westen aus besiedelt, wie uigurische Nationalisten behaupten, wie es aber auch die anthropologischen Befunde von Wissenschaftlern aus dem Ausland nahelegen. Oder von Osten aus, wie es die offizielle Lehrmeinung in China ist. Mit dieser Auffassung soll natürlich der Herrschaftsanspruch über die Region legitimiert werden, mit fatalen Folgen für die wissenschaftliche Arbeit:

Some foreign scholars say the Chinese government, eager to assert a narrative of longtime Chinese dominance of Xinjiang, is unwilling to face the fact that the mummies provide evidence of heterogeneity throughout the region’s history of human settlement.

As a result, they say, the government has been unwilling to give broad access to foreign scientists to conduct genetic tests on the mummies.

“In terms of advanced scientific research on the mummies, it’s just not happening,” said Victor H. Mair, a professor of Chinese language and literature at the University of Pennsylvania who has been at the forefront of foreign scholarship of the mummies.

(Quelle)

convert this post to pdf.
Share this:
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google
  • Technorati
  • Furl
  • MisterWong
  • Slashdot
  • Wikio

“Aber sie versuchten nicht, dem Rest der Welt Vorschriften zu machen.”

By Martin Riexinger · November 19, 2008 · Comment 

Meint der Marxist Eric Hobsbawm in einem Vergleich der britischen mit der amerikanischen Weltmachtpolitik. Wie war das nochmal mit der Sklaverei?

convert this post to pdf.
Share this:
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google
  • Technorati
  • Furl
  • MisterWong
  • Slashdot
  • Wikio

Eine ganze Stadt angezeigt

By Martin Riexinger · November 18, 2008 · Comment 

Mirza Ghulam Ahmad (gest. 1908), der Führer der Ahmadiyya Gemeinschaft hatte sich zum Propheten ausgerufen. Damit verstieß er nach gängiger islamischer Auffassung gegen die Lehre vom “Siegel des Prophetentums”. Seine Anhänger wurden deswegen 1974 in Pakistan zu Ungläubigen erklärt. Praktisch bedeutet dies, dass die Verwerndung islamischer Symbole strafrechtlich verfolgt wird. Dass die Ahmadis in ihrer Zentrale im pakistanischen Rabwah den 100. Jahrestag der Ernennung seines ersten Nachfolgers zum Kalifen feierten, zog folgende Konsequenz nach sich (Quelle):

The Police Station Chenab Nagar - a place also known as Rabwah - in district Jhang of the Punjab province, in a outlandish move, lodged a First Information Report (FIR) against thousands of members of Ahmadiyya community residing in the town under Section 285, 298C, and 337H2 of Pakistan Penal Code. The police booked the whole town on religious grounds.

The action has been taken to stop continuously mounting pressure of certain local and provincial Islamic clerics which police has termed a “reaction” of the Muslims on the 100-year celebrations of caliph-ship by the Ahmadiyya community, a religious school of thought declared a minority in Pakistan in September 1974.

Besonders verwerflich:

The FIR stated, “The community members were also seen in a joyous mode and wearing colourful caps and displaying badges with religious slogans.” Hence the FIR was lodged under PPC Section 285 (with up to six months imprisonment and Rs 3,000 fine); Section 298C (Anti-Ahmadiyya law with up to three years imprisonment and also liable to fine); and 337H2 (with up to three months imprisonment and fine).

convert this post to pdf.
Share this:
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google
  • Technorati
  • Furl
  • MisterWong
  • Slashdot
  • Wikio

Posthume Majestätsbeleidigung II

By Martin Riexinger · November 16, 2008 · Comment 

Kontrovers wird in der Türkei über den Film “Mustafa” diskutiert, obwohl er - so wird kolportiert - todlangweilig ist. Vielmehr erregt Anstoß, dass Atatürk nicht als unfehlbarerer Held sondern als Mensch mit Schwächen dargestellt wird. Den Vogel schoss in dieser Hinsicht Onur Başaran Öymen, ein Mitarbeiter des Chefs der kemalistischen CHP, ab. Aus seiner Sicht ist bereits die Verwendung des Namens Mustafa ein Sakrileg, denn so dürfe ihn allein seine Mutter nennen (Quelle, tr.).

convert this post to pdf.
Share this:
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google
  • Technorati
  • Furl
  • MisterWong
  • Slashdot
  • Wikio

Brauner Klamauk

By Heinz Eggert · November 16, 2008 · Comment 

Morgenpostkolumne 16.11.2008
Glosse von Heinz Eggert

Was war das für sie für ein Triumph, als sie in den Landtag einziehen konnten! Der kam jedoch nicht, weil sie ihn verdient hätten, sondern weil andere Parteien viel versäumt hatten. Die Führer aus dem Westen und das Bodenpersonal aus dem Osten - wie es sich gehört. Arbeitsplätze nur für Deutsche, hatten sie gefordert.

Drucker waren ausgenommen. Denn ihr Zentralorgan “Deutsche Stimme” ließen sie in Polen drucken. Immer mehr erwies sich die braunbäckige Apfeltruppe als hohl und verwurmt. Es war wie bei den zehn kleinen Negerlein - wenn man das so politisch inkorrekt sagen darf. Die Kameraden schrumpften schneller zusammen, als der demografische Prozess es ihnen vorgab. Und nicht etwa, weil sie den deutschen Einbürgerungstest gemacht hätten, in dessen Ergebnis etliche von ihnen ausgebürgert worden wären.

Erst verließen einige die Truppe, weil sie zwar deutschnational, aber keine Nazis waren. Dann ging einer freiwillig, weil er die Kinderpornographie auf seinem Computer nicht erklären konnte. Plötzlich stand Pistolen-Klaus, wie er liebevoll genannt wurde, im Lichtkegel. 15.900 Euro hatte er unrechtmäßig einkassiert. Auch alte Damen behaupteten, er hätte sie um ihre Ersparnisse gebracht.

Das erregte ideologisch keinen Anstoß, denn niemand in dieser Partei hatte jemals behauptet, dass die Rente sicher sei. Dass Pistolen-Klaus nach wie vor zu Adolf Hitler stand, war ohnehin klar. Ausgeschlossen wurde er wegen weiterer finanzieller Unregelmäßigkeiten. Als er erfolglos versuchte, eine Pistole in den Landtag zu schmuggeln, fügte er dem braunen Spruchbeutel seine mühsam aufs Reimen getrimmte Weisheit zu: “Gegen Zionisten, Freimaurer, Kriegstreiber und andere Psychopathen helfen keine langen Reden, nur noch Handgranaten.” “Wo aber Rotfront und Antifa haust, da helfen keine Sprüche, nur die Panzerfaust!”

Gewaltige Worte, denen bald Taten folgten. Ausgerechnet am 11.11. um 11.20 traf es den Chefideologen Gansel, der wegen der Finanzkrise am Vortag noch “die eiserne Faust des Staates” gefordert hatte. Die traf ihn nicht. Dafür aber die Faust eines deutschstämmigen Kameraden. So wurde aus Gansels dicker Lippe eine dicke Backe. 

Der wirkliche Grund für die Schlägerei ist nicht bekannt. Vielleicht war es auch einfach nur an der Zeit! Jetzt ist der deutschstämmige Kamerad entlassen. Nicht weil er Sprengstoffterrorist war - das war ja der Einstellungsgrund -, sondern weil er die Deutsche Stimme (Gansels) beschädigt hatte.

Eine braune Chaostruppe! Aber sie müssen ja auch nichts leisten, um gewählt zu werden. Und dann auch nur, wenn die anderen versagen. Oder?

convert this post to pdf.
Share this:
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google
  • Technorati
  • Furl
  • MisterWong
  • Slashdot
  • Wikio

Next Page »