Die Strassen von Teheran

By Michael Kreutz · March 16, 2008
Wer Hass und Intoleranz überwinden will, sollte vor allem die eigene Ignoranz besiegen. Jeder hat ein Recht auf eigene Meinung, aber keiner auf eigene Fakten. Wer hindert uns daran, nach Syrien oder in den Iran zu reisen, um uns eine eigene Meinung über diese fremde, angeblich so gefährliche Welt zu bilden? Die Straßen von Damaskus und Teheran sind viel sicherer als die Straßen von New York oder Detroit. Nach einer UN-Statistik kamen in den USA im Jahr 2006 auf 100 000 Einwohner 5,9 Morde. Im Iran lag diese Quote bei 2,93 und in Syrien bei 1,4. Die meisten muslimischen Staaten sind sicherer als die USA, ja sogar sicherer als die Schweiz, die 2,94 Morde pro 100 000 Einwohner zu verzeichnen hat.

meint der Jürgen Todenhöfer in einer Zeitungsanzeige in der FAZ vom 15. März. Das ist eben das Gute an Diktaturen: Da sind selbst nachts die Strassen sicher. Zumindest wenn man nicht Dissident, Homosexueller oder Ehebrecher ist oder sonstwie unangenehm auffällt. Da der Autor jedoch zu keiner dieser Gruppen gehören dürfte, steht einer Reise in den Iran eigentlich nichts im Wege.

“Muslime sind so viel wert wie Juden und Christen” lautet die siebte These in Todenhöfers Dekalog. Leider sind im Mullahstaat die Baha’is nicht soviel Wert wie Muslime. Dieses Detail ist dem Propheten dann doch wohl entgangen: Im Iran sind es nicht die Strassen, die unsicher sind, sondern eher andere Orte, wie beispielsweise Sportstadien.


Siehe auch:

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Comments

One Response to “Die Strassen von Teheran”

  1. Die Wiederauferstehung eines ganz Großen « Letter of Intent on March 22nd, 2008 2:10 pm

    […] hier, hier, hier und […]

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