Mit 17 zum Tode verurteilt
By Michael Kreutz · April 28, 2008
Neues aus dem Land, dessen Strassen nach Jürgen Todenhöfer sicherer sind als die von New York: Ein Gericht in Teheran hat abermals einen Minderjährigen (17 Jahre) zum Tode verurteilt. Über das ihm zur Last gelegte Vergehen liegen keine Informationen vor.
Insgesamt warten in der Islamischen Republik mehr als 74 Jugendliche auf ihre Hinrichtung.
(Dank an Nasrin)
–––Ähnliche Beiträge:
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6 Responses to “Mit 17 zum Tode verurteilt”
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Nun ja in den Straßen von New York können sie auch umgebracht werden, bevor sie verurteilt werden. So gesehen muss Todenhöfer nicht unrecht haben. Das kann ja überall passieren, das sagt in der gänze nichts über das Land aus.
Da gibt es bestimmt bessere Argumente.
das sagt in der gänze nichts über das Land aus.
Für den Hodentöter soll es das ganz offenbar schon.
Ich habe vor einiger Zeit mal einem kulturell interessierten Feingeist, der wegen Reisen in die arabische Welt gewisse Sicherheitsbedenken hatte und nicht scharf auf überlaufene Pyramiden oder einen Club in Marokko war, einen Syrienbesuch empfohlen, weil dort die Kultur der Überwachung in einem für den sicheren Besuch von Kulturdenkmälern sehr günstigen Verhältnis stünde.
Dennoch kann es als angemessen gelten, wenn das AA für den Fall eines Reisevorhabens in den Jemen, den sich mit Vorurteilen über die arabische Welt belastete Zuschauer Johannes B. Kerners ja ruhig mal angucken könnten, zu umfangreichen Vorbereitungen rät.
Der Punkt ist doch der: Linke Intellektuelle machen keinen Unterschied zwischen Staat und Gesellschaft.
Sie glauben, dass der Westen den Iran dämonisiere, der in ihren Augen doch viel friedfertiger sei als die Demokratien des Westens.
Daher der absurde Vergleich mit den Strassen von New York.
Nun ja vielleicht machen einige linke Intellektuelle diesen Unterschied nicht zwischen Staat und Gesellschaft.
Ich glaube, es wäre genauso falsch zu sagen, das der “Westen” den Iran nicht dämonisiert. Es gibt halt solche und solche Perspektiven. Wir wollen ja nicht dem gleichen Fehler der Einseitigkeit einiger linker Intellektuellen verfallen
Nun ja vielleicht machen einige linke Intellektuelle diesen Unterschied nicht zwischen Staat und Gesellschaft.
Es kommt dabei eher drauf an, ob sie mit dem jeweiligen Staat auf Kriegsfuß stehen oder nicht.
“Intellektueller” ist nicht notwendigerweise ein Gütesiegel für die geistigen Hervorbringungen desjenigen, dem dieses Prädikat zugeschrieben wird, diese Unterscheidung (explizit oder implizit) nicht zu verwenden, ist jedoch aller Regel nach Sache von Nicht-Intellektuellen.
Ich glaube, es wäre genauso falsch zu sagen, das der “Westen” den Iran nicht dämonisiert.
Ausgerechnet der Iran ist doch das irrwitzigste Beispiel für das, auf was Todenhöfer unbedingt hinaus will: Selbst den beklopptesten Islambashern von nebenan (im Blog von Jörg Lau z.B.) ist klar, dass es im Iran einen Gegensatz zwischen Staat und Gesellschaft gibt.
Ich bin mir nicht so sicher ob die Islamkritiker, also die “ehrbaren Islamophoben” von nebenan (im Blog von Jörg Lau z.B.) dessen sich bewußt sind, was sie wissen. Wissen ist nicht Bewußtsein.
Aber ich will ja auch nicht die PI-Filiale dort zum Maßstab nehmen. Da würde ich wohl vielen Unrecht tun.
Ich denke auch, das ein Teil der Gesellschaft durchaus dem Staat gegenüber ablehnend gegenübersteht. Ich würde auch sagen, gerade diese Art und Weise wie Religion dort vom Staat präsentiert wird, dazu führt, dass die iranische Gesellschaft in weiten Teilen a-religiös oder antireligiös eingestellt ist. Was ich gut verstehe.
Wenn ich mir das Image des Islams in der heutigen Zeit so anschaue und ich nochmal neu zur Welt kommen würde, wäre der Islam wohl die letzte Religion, die ich wählen würde.