Religiöse Säuberung
Vorletzte Woche wurden in Lahore 23 Studenten , die der Religionsgemeinschaft der Ahmadiyyah angehören, von der Leitung des Punjab Medical College der Hochschule verwiesen. Sie gab damit einer Kampagne der islamistischen Studentenvereinigung Jamiat Tulaba-i Islam nach, die den Ahmadis missionarische Aktivitäten vorwarf. Ihre Anhänger werden dafür, dass sie die Ahmadis verprügelten und sich an deren Eigentum vergriffen, wohl keine Konsequenzen fürchten müssen.
Hintergrund des Konflikts ist, dass der Gründer der Ahmadiyyah Mirza Ghulam Ahmad (gest. 1908) sich zum Propheten erklärt hatte, womit er gegen die Lehre verstieß, dass es nach Muhammad keinen Propheten geben dürfe. Seine Anhänger gelten daher als Apostaten.
Blausäureanschlag verhindert
“Dawn” meldet, dass die Polizei in Sindh einen schwerwiegenden Anschlag auf die schiitischen Aschura-Prozessionen1 in Karachi durch die Verhaftung von fünf Personen aus dem sunnitisch-jihadistischen Umfeld verhindert habe. Sie hatten geplant, dass an die Teilnehmer verteilte rote Zuckerwasser mit Blausäure zui vergiften. Außerdem wurden Sprengstoff und Waffen sichergestellt.
Hauptopfer des islamistischen Terrors wären wieder einmal Muslime gewesen.
- An diesen Veranstaltungen nehmen in Südasien traditionell auch viele Sunniten und Hindus teil. [back]
Nihil nisi vere
Für einen Eintrag über Benazir Bhutto fand ich keine Zeit; alles was zu sagen ist, mithin eine Korrektur verbreiteter Missverständnisse, findet sich im Nachruf von William Dalrymple.
Allianz zerbrochen
Die Allianz der religiösen Parteien in Pakistan ist zerbrochen, meldet “Dawn”. Bei den letzten Wahlen 2003 war die islamistische Jamaat-i islami ein Bündnis mit verschiedenen Parteien eingegangen, die von Gelehrten unterschieldicher Denkschulen getragen werden. Die bis dahin immer stark zersplitterten religiösen Kräfte schafften es auf diesem Wege zur drittstärksten Fraktion im Parlament aufzusteigen und in den beiden westlichen Provinzen die Landesregierung zu stellen. Doch nun konnten sie sich nicht einigen, ob sie wie die anderen Gegner Musharrafs an den Parlamentswahlen teilnehmen oder diese boykottieren sollten.
Die Gesellschaft als Familie
… ein Gedanke, über den sich Statler zuletzt lustig gemacht hatte. Khalil Ahmad legt für “The News” dar, dass genau diese Auffassung den völligen Fehleinschätzungen wirtschaftlicher Verhältnisse in Pakistan zugrunde liegt:
If we analyse the notion of economic imperialism in this context, it seems that it is but a myth. Indeed, it is our own being that we need to analyse and evaluate first. It is strange that we want all the international financial institutions and rich countries to help us, as if it is our privileged right. Would we be lending money to anybody without interest and conditionalities? Isn’t it ourselves who need to be blamed squarely for misusing the foreign loans? In the following, I have tried to answer some of the main questions in this regard.
Schluck, man wird alt…
Nicht das ich ein Fan von Queen wäre, aber gestern kam ich mit meinen Studenten auf die Bedeutung der Zoroastrier in Südasien zu sprechen, und da wusste doch tatsächlich niemand, wer Freddie Mercury ist…
Von solchen Maßnahmen würde ich allerdings ohnehin absehen.
Als hart, maskulin, aggressiv…
… wird der Kapitalismus von seinen Gegnern gern gezeichnet. Ramachandra Guha zeigt hingegen, wie sich im aufstrebenden Indien das wirtschaftliche Schwergewicht zum Süden hin verschiebt. Dabei profitieren die Südinder von Einstellungen und Traditionen, die im Norden lange als wenig mannhaft belächelt wurden:
The typical North Indian regarded the typical South Indian as short, squat, black, effete—and vegetarian. But now, those once proud people are voting with their feet to move south. They come to write code in Bangalore’s software companies, to labour on construction sites in Hyderabad, to work in coffee plantations in Coorg, or to do odds and ends in Chennai’s film industry. Now, the stereotype of the South Indian among Punjabis and Biharis is that he is intelligent, hardworking, entrepreneurial, and open-minded. And that he can very often be a she. And, most importantly, that if you study well and behave yourself, she or he can give you a job.







