Freiheit und Glück

Was die USA von Europa unterscheidet:

Three-quarters of Americans say they are proud to be Americans; only one-third of the people in France, Italy, Germany, and Japan give that response about their own countries. Two-thirds of Americans believe that success in life depends on one’s own efforts; only one-third of Europeans say that. Half of Americans, compared to one-third of Europeans, say belief in God is essential to living a moral life.

Und was die USA den Europäern voraushaben:

Understanding freedom is a matter of no small importance. The Founders believed that it was one of at least three fundamental rights from God, along with life and the pursuit of happiness. These three rights are interrelated: not only does liberty, of course, depend on life, but the pursuit of happiness depends on liberty. In fact, evidence shows that freedom and happiness are strongly linked. (…)

The data and evidence don’t prove that all kinds of freedom bring equal happiness, or that more freedom is always better than less. For example, what about economic freedom? Pundits and politicians on the left often tell us that a free economy makes for an unhappy population: the disruptions of capitalism make us insecure, and we would prefer the security of generous welfare programs and national health care. But for most people, it turns out, that isn’t true. (…)

In a 2006 survey asking if respondents endorsed the right of people with antireligious views to speak publicly, those who said “no” were a third likelier than those who said “yes” to say that they were not too happy. In other words, religious tolerance—even tolerance of anti-religiousness—is strongly linked with happiness.

Unbedingte Leseempfehlung.


Siehe auch:

Atlantischer Graben

Amerikaner, so American.com, sind nicht nur religiöser, sondern auch mit ihrem Leben zufriedener als Europäer. Ebenso sind 58% der Amerikaner der Meinung, dass individuelle, selbstbestimmte Freiheit wichtiger ist als staatliche Einmischung zu hehren Zwecken – während in Kontinentaleuropa letzteres favorisiert wird. Gibt es zwischen dem Hang zur Religion und dem zur Selbstbestimmung eine Verbindung?

Möglicherweise hat die Theorie vom Koopertationsvorteil diurch Religion etwas für sich. Zumindest könnte das dort gelten, wo Religion nicht staatlich verordnet wird. In den Worten von Jonathan Sacks:

The striking feature of religion, for Hayek, is its attitude of humility, even reverence, towards the great moral institutions without which our ‘extended order’ could not have developed. It guards against what he calls “the rationalist delusion that man, by exercising his intelligence, invented morals that gave him the power to achieve more than he could ever foresee”. (…)

It is a fascinating argument, and it places Hayek in a line of thinkers – such as Edmund Burke, Max Weber, and most recently Francis Fukuyama – who have reflected not only on the internal morality of markets (what we call nowadays ‘business ethics’) but on the wider question of what kind of society gives rise to and is able to sustain a market economy. The answer which each of them gave – an answer that has been given new salience by the rise of the economies of South East Asia – is that they tend to be societies with a strong respect for certain kinds of tradition.

Like Burke, Hayek combines liberalism in economics and politics with a marked conservatism in morality. Free institutions, they seem to say, are best preserved by a certain piety towards the past.


Siehe auch:

Beruhigung der Lage

March 31, 2008 · Filed Under Arabische Welt · Comment 

Mit einer Anzahl von Europäern habe er sich schon getroffen und überhaupt sei seine Organisation an tragfähigen Beziehungen zum Westen interessiert, so Mahmoud az-Zahar, Führer der Hamas, der stolz darauf ist, dass einige der grössten Staaten Europas zu einem Dialog bereit seien. Unglücklicherweise gehört Deutschland jedoch nicht dazu, stehe es doch mit einigen anderen Ländern ganz unter dem Einfluss Israels und Amerikas.

Denn die USA fürchten, dass die Hamas einen Weg der Islamisierung beschreite – was Zahar gar nicht erst demeniert. Und wie sieht es mit Israel aus? Den in den Gazastreifen entführten israelischen Soldaten Gilead Shalit gibt es nur im Austausch gegen tausend festgesetzte Hamaskämpfer zurück, so Zahar, und ansonsten gelte: Wenn Israel eine “Beruhigung” der Lage möchte, dann ist die Hamas bereit.

Was freilich wie eine Drohung klingt.

Der Staat gehört den Bürgern und nicht die Bürger dem Staat

March 19, 2008 · Filed Under Deutschland · Comment 
Die Folge sind steigende Steuern, aggressive Steuerfahnder und Bürger, die ihr Vertrauen ins eigene System verlieren. Nicht das Bankgeheimnis, sondern die Sorge ums eigene Vermögen befördert die Kapitalflucht nach England oder in die Schweiz. Die deutschen Politiker sollten das Problem ernst nehmen und nicht die Symptome bekämpfen.

…erklärt Roger Köppel in einem sehr lesenswerten Essay (via).

Weiter schreibt Roger Köppel:

Die Schweiz hat recht, wenn sie Steuerhinterziehung nicht zum Kapitaldelikt erklärt. Es ist sinnvoll und staatspolitisch vernünftig, zwischen Steuerbetrug und Steuerhinterziehung zu unterscheiden. Es wäre ein Kapitalfehler, würde sich die Schweiz auf Druck von Deutschland und Europa zwingen lassen, diese weithin bekämpfte Unterscheidung aufzugeben. Man muss sich auch nicht schämen dafür, dass der Staat gegenüber Steuerhinterziehung zwar Bußen und Nachsteuern fordert, aber eben ausdrücklich auf internationale Rechtshilfe und eine Anwendung des Strafgesetzbuches verzichtet. Erstens ist Betrug tatsächlich gravierender als Hinterziehung. Zweitens haben wir es bei dieser feinen rechtlichen Differenzierung nicht mit einem faulen Trick der Banken zu tun, sondern, ganz im Gegenteil, sie ist Ausdruck freiheitlicher Gesinnung und rührt somit an den Kern der schweizerischen Staatsidee. Es geht darum, die Privatsphäre zu schützen. Die Person und ihr Eigentum gehen den Interessen des Staates voran. In Deutschland ist und war es meistens umgekehrt. 

Siehe auch:

Neue Irak-Umfrage: Zuversicht wächst

March 18, 2008 · Filed Under Irak-Umfragen · Comment 

Laut einer Umfrage von ABC und einigen anderen Fernsehstationen halten 49% der irakischen Bevölkerung den amerikanischen geführten Einmarsch in ihr Land für richtig, 50% für falsch. Die Meinungen sind also geteilt. Man beachte: Vor einem halben Jahr waren es noch 63%, die den Einmarsch für falsch hielten; die Zustimmung von 49% ist der höchste Wert seit Anfang 2004. Wenn das keine Niederlage für Europas Friedensbewegung ist!

Ansonsten zeigt sich das Land auch in anderer Hinsicht gespalten und es wird schwer sein, die Bevölkerung für die eine oder andere Seite zu vereinnahmen. Deutlich zeigt sich aber, dass die Sicherheitslage sich erheblich verbessert hat: 62% schätzen sie immerhin als gut oder sehr gut ein, nur 38% als schlecht oder sehr schlecht - während die Bewegungsfreiheit mehrheitlich als eher schlecht bezeichnet wird.

Dabei geben sich 82% der Befragten zuversichtlich, dass sich die Lage weiter bessern werde, gegenüber 17%, die eher pessimistisch sind. Selbst unter denjenigen, die die Situation sich verschlechtern sehen, geben aber nur 20% den US-Truppen die Schuld.

Die überwältigende Mehrheit von 70% ist zwar der Meinung, dass die US-Truppen keine gute Arbeit geleistet haben und 73% lehnen die Anwesenheit der Koalitionstruppen im Lande ab. Aber zugleich wünscht nur eine Minderheit von 38% der Befragten, dass die Truppen den Irak am besten sofort verlassen sollten. Wie sich das allerdings mit der Einschätzung von 61% der Iraker verträgt, dass die Anwesenheit der Truppen eher zu einer Verschlechterung der Sicherheit beitrage, bleibt rätselhaft.

Immerhin lehnt jetzt eine Mehrheit Angriffe auf Koalitionstruppen ab (57 vs. 42%) - das war einmal durchaus anders.

Die Umfrage, die von Europas Linksintellektuellen gänzlich ignoriert werden wird, gibt es hier (PDF).


Siehe auch:


Update 13:30
Die treffende Antwort auf einen plumpen Versuch, die Bedeutung der Umfrage herunterzuspielen, gibt’s beim IraqPundit.

Nichts zu lachen

March 12, 2008 · Filed Under Arabische Welt, Saudi-Arabien, Welt des Islam, Zukunftsfragen · Comment 

Bekanntlich haben Frauen in Saudi-Arabien nicht viel zu lachen. Erst kürzlich hat eine saudische Zeitung festgestellt, dass das Land die weltweit niedrigste Einstellungsquote unter Frauen hat:

Five million Saudi women make up half of the adult population of citizens but only half a million of them are employed. At 5.5 percent, it is the world’s lowest rate of women’s representation in a country’s workforce, said Princess Adla, daughter of King Abdullah, Custodian of the Two Holy Mosques.

Der britische Historiker Bernard Lewis weist im Interview mit der Jerusalem Post auf die kulturellen Wurzeln hin, die in Europa zu einer anderen Entwicklung geführt haben:

As far as I know, Christianity is the only religion which totally prohibits polygamy and concubinage. Even Jewish law has been somewhat equivocal on both these subjects at different times and in different places. This has an effect. In Christendom, you have women playing a major role - like Queen Elizabeth of England, Queen Isabella of Spain, Queen Catherine of Russia, Maria Theresa of Austria - something which would have been inconceivable in other societies. It also makes a difference to what we know about rulers. For example, if you look at the history of the Western world, you see we have biographies of major figures. If you look at the Islamic world, on the other hand, although there are many major figures, you will see that there are very few book-length biographies.

Why is that?

Because women can’t appear in them. And a biography without mothers or wives or mistresses lacks all context. I mean, if you write the history of Louis XIV of France, the ladies in his life, starting with his mother, are very important. You have this to some extent in the very early Islamic period. We know, for example, something about the wives and mothers of the very earliest caliphs; they were free Arab ladies. But the later ones were slaves in the harem.

What effect has this had on Muslim countries?

It’s a great source of weakness. The mid-19th-century Turkish writer Namik Kemal, as far as I know, was the first to raise this point. By that time in history, the Muslims were becoming keenly aware that they were falling behind the previously despised West. (…) They came up with all sorts of answers and tried all kinds of military, economic and political reforms, none of which worked very well. Kemal said that the reason “we have fallen behind is the way we treat our women.” (…)

Für Namik Kemal, so Lewis, brachte die Unterdrückung der Frau eine Benachteilung der Männer mit sich. Diese nämlich würden in ihrer Kindheit von Müttern aufgezogen, die ein Mangel an Bildung und an Selbstbewusstsein auszeichne.

Freilich ist der Weg, den die Türkei gegangen ist, noch weit für ein Land wie Saudi-Arabien. Dort, wo Frauen noch nicht einmal Auto fahren dürfen, mutet es daher wie eine kleine Revolution an, wenn eine Frauenrechtlerin sich anlässlich des Weltfrauentags über die Gesetze erhebt und ihren Akt zivilen Ungehorsams auch noch ins Internet stellt:

Wajeha al-Huwaider hatte sich schon in der Vergangenheit bei den saudischen Behörden unbeliebt gemacht, für die sie mittlerweile als echte Gefahr gilt (hier gefunden).

Siehe auch:

Kopfgeld

March 10, 2008 · Filed Under Extremismus, Iran · Comment 

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Wie das iranische Online-Magazin Shahab News berichtet, hat eine radikale iranische Gruppe ein Kopfgeld von insgesamt 1 Mio. USD auf drei israelische Militärs ausgesetzt, nämlich Ehud Barak, Meir Dagan und Amos Yadlin. Unter der Parole “Qesas-e Jalut” (Strafe Goliaths) wird offen zum Mord aufgerufen:

Der Islam lehrt uns, kein Unrecht zu begehen und keines zu erleiden, was bedeutet, dass sobald die Ehre von Muslime angegriffen wird, wir uns mit dem Leben dazu verschrieben haben, uns tapfer zu verteidigen und unsere Feinde zu töten.

Zugleich warnt der Chef der iranischen Pasadaran, Safawi, dass Israel die Worte des libanesischen Hisbollah-Chefs Nasrallah ernstnehmen solle, dass das Blut des Märtyrers Mughniye den Sturz des “blutrünstigen zionistischen Krebsgeschwürs” beschleunigen werde.

Dessen ungeachtet träumen Europas Intellektuelle weiter von einem Dialog mit dem Mullahstaat.

(Dank an Nasrin)

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