Terroristische Internationale

August 18, 2008 · Filed Under Deutschland, Extremismus, Linke Schwärmereien · 1 Comment 

Von der FARC über die PKK bis zur ETA: Die Linkspartei unterhält zu allen Arten terroristischer Gruppierungen gute Kontakte, so der “Focus”:

Seit einigen Jahren sammelt das Bundestagsbüro des CSU-Außenpolitikers Karl-Theodor zu Guttenberg systematisch Belegmaterial für dessen Vorwurf, die Linke zeige ein „völlig ungeklärtes Verhältnis zu Gewalt und Terrorismus“. Ungeklärt? Guttenberg legt nach: „Die Klärung ergibt sich aus den Fakten.“ (…)

Innenpolitisch ziele der Terrorismus-Flirt der Alt- und Neokommunisten darauf, „die Mobilisierungsreserve des linksextremistischen Milieus in Westdeutschland anzubinden“ und damit „die Westausdehnung der Linkspartei zu fördern“, urteilt Guttenberg. Auf gleicher Linie liege das Interesse an der Unterstützerszene der ehemaligen deutschen RAF-Terroristen. Seine Warnung vor „fortschreitender Radikalisierung“ der Linken sieht der CSU-Politiker bestätigt durch eine Studie der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages vom 31. Juli. Diese weise auf eine linke Doppelstrategie hin: den „außerparlamentarischen Kampf“ im In- und Ausland auch mit parlamentarischen Mitteln voran zu treiben.

Derweil gibt man sich bei der Linkspartei empört, dass sie immer noch in den meisten Bundesländern überwacht wird.

(Dank an Nasrin)

Blut für Öl

July 1, 2008 · Filed Under Antiamerikanismus, Aus dem Tollhaus · 1 Comment 

Abdalmalik Drudkal, Chef der “Al-Qaida im Islamischen Westen”, beklagt sich, dass die USA “sich unseres Öls bemächtigen”, weswegen er Angriffe auf amerikanische Ziele in der ganzen Welt ankündigte. En passant verteidigte er auch den Anschlag auf vier französische Touristen in Mauretanien im vergangenen Dezember als Aktion einer befreundeten Gruppe. Schliesslich dient alles irgendwie der guten Sache.

Blut für Öl also. Und keine Zusammenrottung von PACE-Flaggenträgern in westlichen Landen zu sehen.

Was treibt Ahmadinejad an?

June 24, 2008 · Filed Under Antisemitismus/Antizionismus, Extremismus, Iran, Israel · 2 Comments 

Von Jonathan Halevi und Ashley Perry

Der schiitische Iran strebt danach, die Position einer regionalen Supermacht zu erlangen, indem er eine wichtige Atommacht auf der internationalen Bühne wird. Der Iran fordert den Westen offen heraus, wenn er versucht, die Amerikaner und Briten aus dem Irak zu vertreiben und Hegemonie in der Golfregion zu erreichen, u. a. mittels seines in den letzten Jahren massiv vorangetriebenen Militärprogramms. Die iranische Führung spricht von einem „neuen Nahen Osten“ als Antwort auf den Westen und meint damit einen islamischen Nahen Osten, der von der Islamischen Revolution des Iran geprägt ist.

Die politischen Aspirationen des Iran werden von einem religiösen Eifer angetrieben. Präsident Mahmoud Ahmadinejad hat wiederholt die „bevorstehende und offenkundige Liquidierung Israels“ beschworen, als Codewort für die messianische Inbrunst, die er mit seinem spirituellen Mentor, Ayatollah Mohammad Taghi Mesbah Yazdi, teilt, einem der radikaleren Ayatollahs, der  diplomatischen und militärischen Aktivismus vertritt, um die globale islamische Revolution voranzutreiben.

Der frühere Präsident Khatami, ein iranischer Reformer, hat Yazdi einmal als den „Theoretiker der Gewalt“ bezeichnet. 2006 erließ Yazdis führender Schüler, Mohsen Gharavian, eine Fatwa, die den Einsatz von Atomwaffen gegen andere Länder genehmigte. Dies steht im Widerspruch zu iranischen Diplomaten im Westen, die immer wieder sagen, dass Atomwaffen dem Islam zuwiderlaufen und daher nicht angestrebt werden sollen.

In einer Sprache, die an Ayatollah Khomeinis Fatwa gegen Salman Rushdie erinnert, bestimmte Ahmadinejads Mentor auch: „Wenn irgendjemand die Heiligkeit des Islam beleidigt, erlaubt der Islam, dass sein Blut vergossen wird, ohne dass rechtliche Verfahren notwendig wären.“

Gegenüber führenden Religionsgelehrten versuchte Ahmadinejad im November 2005 nicht seine wahren Motive und Absichten zurückzuhalten. Das grundlegende Ziel sei es, dem Mahdi, dem schiitischen Messias oder „entschwundenen Messias“ den Weg zu bereiten. Dabei betonte er, um dies zu erreichen, müsse der Iran ein islamisches Beispiel geben, eine starke Gesellschaft aufbauen und eine Regierungspolitik auf vielen Bereichen entwickeln, die sich um die Zielvision des Endes der Zeit mit der Ankunft des Mahdi bemüht.

Als Bürgermeister Teherans hat Ahmadinejad im Jahr 2004 offensichtlich heimlich die Stadtverwaltung angewiesen, eine große Allee für den Mahdi vorzubereiten. Ein Jahr darauf stellte er als Präsident 17 Millionen Dollar für eine blau-gekachelte Moschee in Jamkaran in Qum zur Verfügung, die eng mit dem Mahdi-Glauben (mahdaviat) verbunden ist. Er drängte auch zum Bau einer direkten Zuglinie zwischen Teheran und Jamkaran.

Der religiöse Eifer, der mit der Moschee verbunden ist, zeigt sich jeden Dienstag, wenn sich am für die Ankunft des Mahdi angesetzten Abend Tausende von Iranern am Schrein von Jamkaran tummeln. Sie schreiben Wünsche auf Zettel und werfen sie in einen Brunnen, in dem der Imam erschienen sein soll. Ahmadinejad hat einmal eine Liste der von ihm vorgeschlagenen Kabinettsmitglieder in einen nahe der Moschee gelegenen Brunnen geworfen, um – so wird erzählt – von der ihm zugeschriebenen göttlichen Verbindung zu profitieren.

Am meisten beunruhigt, dass Ahmadinejad offen den Glauben vertritt, seine Herrschaft sei der Vorbote des Mahdi. Seine Rede vor der UNO im Jahr 2006 in Anwesenheit vieler führender Politiker aus der ganzen Welt schloss er mit einem Gebet: „Oh mächtiger Gott, ich bete zu dir, das Erscheinen deines letzten Treuhänders zu beschleunigen, des Versprochenen, des perfekten und reinen menschlichen Wesens, desjenigen, der diese Welt mit Gerechtigkeit und Frieden erfüllen wird.“

Ein voriges Jahr im Libanon veröffentlichtes Buch mit dem Titel „Ahmadinejad und die nächste globale Revolution“ konzentriert sich auf Ahmadinejads schiitische Vision des Mahdi. Der Autor, Shadi Fakiya, stellt eine direkte Verbindung zwischen Ahmadinejad und dem Mahdi her. Fakiya behauptet, dass der gegenwärtige iranische Präsident der Beschreibung des Kommandanten der Mahdi-Truppen entspricht, die gemäß dem schiitschen Glauben Jerusalem befreiten.

Ahmadinejad wird als entschlossen und direkt von Allah geführt dargestellt und im Glauben daran, dass die „Armee der Befreiung Jerusalems“ durch den Irak ziehen wird, ähnlich wie Ayatollah Khomeini, der behauptete, dass die Straße nach Jerusalem durch Karbala (eine heilige schiitische Stadt im Irak) führe würde.

Ahmadinejads Entschlossenheit, Atomwaffen zu gelangen, wird auch als Zeichen messianischer Erlösung ausgelegt, wenn er und sein Umkreis die Auseinandersetzung mit der internationalen Gemeinschaft über die Verhinderung der Entwicklung von Nukleartechnologie als einen der Wege, dem Erscheinen des Mahdi den Weg zu bereiten, betrachten.

Wie im Christentum wird auch dem schiitischen Messias ein ‚Anti-Christ’ bzw. im schiitischen Glauben der ‚Dajjal’ vorangehen. Die muslimische Tradition sagt voraus, dass am „Ende der Zeiten“ der Dajjal und seine Armee damit drohen werden, den gesamten Globus zu übernehmen, wobei der größte Teil mittels militärischer Macht erobert und andere mit materiellem Wohlstand verführt werden sollen. Dann wird der Mahdi erscheinen, um den Dajjal zu zerstören und sodann nach dem Gesetz der Sharia die Welt zu regieren.

Wenn auch historisch wenig über die Identität des Dajjal bekannt ist, behaupten mehr und mehr schiitische Imame, dass die Juden der Dajjal und seine Anhänger sind. Diese extremistischen Imame und ihre Gefolgsleute verweisen auf die antisemitischen ‚Protokolle der Weisen von Zion’ als Beweis dafür, dass die Juden die Welt regieren und den Islam korrumpieren.

Bereits in den 70er Jahren schrieb Ayatollah Khomeini in seinem Vilayat-i Faqih, dass die Juden den Islam pervertieren und daher göttliche Rache verdienen würden.

Ahmadinejads Obsession mit Israel führt viele dazu, davon auszugehen, dass er glaubt, Israel sei das absolut Böse und passe in die Rolle des vermeintlichen Dajjal. Des iranischen Präsidenten andere Obsession, die Leugnung des Holocaust, fügt sich ebenso in den Glauben ein, dass der Dajjal die Welt mit seinen Lügen irrezuführen vermöge.

Gemäß der Fakiya ist das gegenwärtige Zeitalter das „Zeitalter der Offenbarung“, in dem verschiedene Anzeichen das Erscheinen des Mahdi verkünden: Zuerst wird es eine Zusammenkunft der Juden in Palästina geben; danach wird der schiitsche Mahdi erscheinen und die entscheidende Schlacht zur Vernichtung der Juden führen. Dem wird die Errichtung eines islamischen Staates als erste Phase des weltweiten Imam-Staats folgen. Ein wichtiges Element stellt dabei ein dem Iran gegenüber loyales Regime im Irak dar.

Die Schilderung des Khorasani in der schiitschen Vision des Zeitenendes ist kompatibel mit Irans spirituellem Führer, Ayatollah Ali Khamenai, dem Staatsoberhaupt des Iran.  Der Khoransani wird die Fackel dem Mahdi übergeben und dann zum obersten Muslim werden.

Die Beschreibung des Shuyeb bin Salah passt auf Ahmadinejad. Shuyeb, auch bekannt als al-Shabi al-Salah, ist die Figur, die nach der schiitischen Tradition die Armee des Mahdis führen wird, also der Kommandant der muslimischen Truppen. Shuyeb wird als sonnengebräunt und dünn beschrieben, mit einem kurzen Bart, aus Teheran stammend, entschlossen und kriegerisch. Man geht davon aus, dass Ahmadinejad sich selbst in dieser Rolle sieht, da er der historischen Beschreibung zu entsprechen scheint.

Oberstleutnant d. Res. Jonathan D. Halevi ist Senior Researcher of the Middle East and radical Islam am Jerusalem Center for Public Affairs.

Ashley Perry ist politischer Analytiker und hat u. a. für das Büro des Ministerpräsidenten gearbeitet.

(Yedioth Ahronot, 17.06.08. Mit freundlicher Genehmigung der Botschaft des Staates Israel, Berlin.)

Khomeinis Erben

“Israel hat alle notwenigen Anzeichen für einen Zusammenbruch”, denn der Kampf der Hisbollah im “33-Tage-Krieg” (2006) habe mit der “Entwurzelung und Erschöpfung des zionistischen Regimes geendet”1. Dies und noch viel mehr war auf einer Konferenz zum 19. Todestag Khomeinis zu hören, dessen Ungeist wiederzubeleben sich das herrschende Regime nach Kräften bemüht. Der iranische Aussenmininister Mottaki befand: “60 Jahre lang hat das Regime es nicht vermocht, sich eine Legitimation zu verschaffen.”2

Zustimmend zitiert er Khomeini, “der das zionistische Regime als Feind der Menschheit betrachtete” und weist darauf hin, dass Khomeini seine Opposition gegenüber Israel und “seine Parteinahme für die Rechte des palästinensischen Volkes” nicht auf eine bestimmte Zeit begrenzt sah. Schon Khomeini habe die Gefahr des Zionismus als eine “Gefahr für alle Völker und alle arabischen und islamischen Länder erkannt.” Denn “während der 30 Jahre seit dem Sieg der Islamischen Revolution haben es Libanesen und Palästinenser geschafft, durch die Übernahme der Ansichten Imam Khomeineis bezüglich der Freiheit Palästinanas und der Gegnerschaft gegenüber dem zionistischen Regime, viele der eigenen besetzten Gebiete zu befreien.3

Ein libanesischer (aber völlig unbekannter) Intellektueller namens Walid Mohammad Ali, freut sich: “Signale des Zusammenbruchs4, des Verschwindens5, des Einsturzes6 und des Ruins7 sind klar zutage getreten.” Ein senegalesischer Intellektueller erinnert daran, worin Khomeinis Erbe liegt: “Wir sind auf der Suche nach einer muslimischen Identität, weshalb Palästina kein arabisches Anliegen ist, sondern das aller Muslime.”8

Ganz recht: Die Ideologisierung des Palästinakonflikts dient der Begründung einer panislamischen Identität.

Ein weiterer Referent pflichtet dem bei: Jeder, der die Frage nach dem zionistischen Regime allein für eine politische Frage der angrenzenden Länder hält, irrt.”9 Auch die üblichen antiimperialistischen Töne dürfen dabei nicht fehlen. Ein libanesischer Referent verkündet: “Der Zionismus ist das Antlitz Amerikas und des Westens.”10 Und wieder: “Imam Khomeini war nicht nur den Iranern und der Schia verbunden, sondern allen Muslimen und der ganzen Menschheit.”11 Wobei der Westen folglich nicht Teil der Menschheit sein kann.

Wie dem auch sei, man nehme freundlichst zur Kenntnis: Letzten Endes ist Zionismus auch nur eine Chiffre für DEN Westen, gegen den der Hass sich insgesamt richtet. Israel steht lediglich an vorerster Front in den Vernichtungsphantasien der Khomeinisten.

Was gibt es sonst noch von der Konferenz zu berichten? Nur das übliche: Palästinensische Selbstmordattentate sind kein Terrorismus und – natürlich – sind die westlichen Medien zionistisch unterwandert. Interessant vielleicht noch dies: Auf der Konferenz war auch ein spanischer Redner namens Yusuf Fernández zugegen, der als Gründer der “ersten islamischen Webseite in spanischer Sprache” vorgestellt wird, über den man einiges im Internet finden kann. Er glaubt, dass die Medien in den islamischen Ländern dem Zugriff des Kapitalismus (und damit der Juden) entzogen seien.

Zum Abschied kommen noch einmal der Aussenminister und sein Referent zu Wort: “Die Freiheit des Iran vom Joch der Unterdrückung, Ausbeutung und ausländischer Hegemonie, die Freiheit des erhabenen Jerusalem aus den Krallen der Zionisten und das Verschwinden der Machthaber von der internationalen Bühne” seien die drei Schritte, die Khomeini als das Programm zur Rettung der Menschheit verkündet habe.12

Lauter Frustrierte, gewiss. Aber manchmal laufen sie Amok.


  1. به استيصال و درماندگي رژيم صهيونيستي انجاميده است [back]
  2. سال است که اين رژيم جعلي نتوانسته است براي خود مشروعيت ايجاد کند [back]
  3. طي 30 سال پس از پيروزي انقلاب اسلامي لبناني ها و فلسطيني ها با پيروي از ديدگاه هاي امام خميني در مورد آزادي فلسطين و مقابله با رژيم صهيونيستي توانستند بسياري از سرزمين هاي اشغالي خود را آزاد کنند [back]
  4. شكست [back]
  5. اضمحلال [back]
  6. فروپاشى [back]
  7. نابودى [back]
  8. ما به دنبال هويت اسلامي هستيم، بنابراين فلسطين مساله عربي نيست، بلکه مساله تمامي مسلمانان است [back]
  9. کساني که مساله رژيم صهيونيستي را تنها مساله سياسي با کشورهاي هم مرز با آن مي دانند، اشتباه مي کنند [back]
  10. صهيو نيسم، چهره آمريکا و غرب است [back]
  11. امام خميني تنها متعلق به ايرانيان و مذهب تشيع نيست بلکه از آن تمامي مسلمانان و بلکه بشريت است [back]
  12. آزادي ملت ايران از يوغ استبداد و استعمار و سلطه بيگانه، آزادي قدس شريف از چنگال صهيونيست ها و نابودي سطله گران در صحنه بين المللي را سه گام برنامه ريزي شده از سوي امام خميني براي نجات بشريت بيان کرد [back]

Teheran-Konferenz träumt von “Israels Ende”

May 22, 2008 · Filed Under Aus dem Tollhaus, Extremismus, Iran · Comment 

Während uns deutsche Iranexperten noch erklären, warum das Regime in Teheran gar nichts gegen Israel, sondern nur etwas gegen die israelische Besatzung habe1, ist das Regime selbst wieder einen Schritt voraus und freut sich schon auf das “Ende Israels”, weshalb man zu einer grossen Konferenz mit internationalen Gästen geladen hat.

Nun, angesichts der Tatsache, dass die Machthaber in Teheran zu Recht eine samtene Revolution fürchten, ist es vielleicht sogar verständlich, dass sie wieder einmal in die propagandistische Offensive gehen. Des Ajatollahs Pfeifen im Wald, gewissermassen. In nicht allzuferner Zukunft wird man sich auf Teheraner Konferenzen die Frage stellen, warum das Mullahregime nicht schon viel früher hinweggefegt wurde. Und Israel wird wieder diplomatische Beziehungen mit dem Iran unterhalten.


  1. Als ob die Bezeichnung eshghalgar-e qods “Besatzer Jerusalems” nicht etwa eine Metonymie wäre! [back]

Unter der SED war nicht alles schlecht

November 9, 2007 · Filed Under Deutschland · Comment 

Nichts geht über die eigene Erinnerung. Was aber, wenn in einer „Spiegel“-Untersuchung fast achtzig Prozent der älteren Ostdeutschen zu den eindeutigen „besonderen Stärken“ der DDR deren Schulsystem zählen? Sehnsucht nach dem Fahnenappell? Nach strammer Wehrerziehung von Kindesbeinen an und sozialistischer Selektion? Gerade mal zwölf Prozent eines Jahrgangs durften in der DDR das Abitur machen; und weil das fast vergessen ist, kann die SED-PDS-Linke heute ihre Neuauflage der Einheitsschule als Gerechtigkeits-Wundertüte verkaufen.

… schreibt die FAZ. Augenscheinlich etabliert sich 18 Jahre nach dem Mauerfall ein neuer Mythos. Dieser stehe

– diametral zum Herbst 1989, als Margot Honeckers so genannte Volksbildung noch ein respektabler Fluchtgrund für Zehntausende war. Die Daheimgebliebenen füllten die Versammlungssäle und stritten besonders leidenschaftlich über genau die Schule, nach der sich die Leute heute angeblich wieder sehnen. 1989 aber galt sie ihren zahlreichen Gegnern genauso wie ihren Verteidigern als die Hauptstütze jenes Staates, der gerade zum Teufel gejagt wurde. Sie war der Hort der Lüge, wo man im schlimmsten Fall sogar die Kinder verriet.

Mitverantwortlich für die Verklärung der DDR Diktatur seien die Lehrer im Osten Deutschlands.

Die Stützen des Staates aber, die Lehrer, wurden fast geräuschlos transformiert. Nicht alle waren darüber froh. Opportunismus wurde belohnt, oppositionelle Lehrer jedoch, die zu DDR-Zeiten aus Verzweiflung oder auf Druck ihrer Genossen Kollegen den Dienst quittieren mussten, hatten es schwer, wieder eingestellt zu werden. Selbst wenn ihnen das gelang, wurden sie nicht unbedingt glücklich unter ehemaligen Parteisekretären und Vergangenheitsverklärern. Diese zweite Beschneidung der Welt auf das Kleinformat der DDR rächt sich nun. Sie rächt sich, wenn es um ein klares Bild vom Leben in der Diktatur geht, und Eltern klagen über antiwestliche Ressentiments in den Schulen. Sie rächt sich, wenn über Rechtsradikalismus gestritten wird. Als die NPD in den Sächsischen Landtag einzog, belegte eine Studie, dass erschreckend viele Pädagogen nebulös das kapitalistische System für Fremdenhass und Extremismus verantwortlich machten. Lehrer, die sich mehrheitlich links definierten, erkannten nicht, wie sehr sie gefährdete Jugendliche noch bestätigten in ihrer antidemokratischen Verblendung.

Denn „der größte blinde Fleck kollektiver Erinnerung”, so die FAZ, ist “(…) offenbar der Alltag in der DDR geblieben.“

***Update***
Nun gibt es auch einen “Spiegel”-Artikel inklusive einer Umfage unter Schülern online.

Endlose Toleranz

September 16, 2007 · Filed Under Aus dem Tollhaus, Neoirrationalismus, Welt des Islam · 5 Comments 

Bis 9/11 wurde der politische Islam, wenn überhaupt, hinter vorgehaltener Hand kritisiert. Bis er urplötzlich in das Bewusstsein der Menschen raste. Man war sich zunächst einig, dass von diesem eine Bedrohung für unsere Freiheit ausgeht. Das hielt aber nicht lange an. Nachdem der erste Schock überwunden war, gewann bei den Linken die alte Ideologie wieder die Oberhand: Minderheitenschutz um jeden Preis hier in Deutschland, weltweit die schützende Hand über alle, welche vermeidlich schwächer sind. Hierin liegt auch eine der Ursachen dafür, warum Israel zumindest überkritisch betrachtet wird. Die ehemals schwachen Juden, welche man schützen konnte, besaßen doch tatsächlich die Frechheit, sich unabhängig zu machen und einen starken Staat zu errichten.

Juden haben ihre Verteidigung selbst in die Hand genommen. Es ist den Israelis bis heute nicht verziehen worden, dass sie die Sicherheit ihres Staates nur mit Waffen garantieren können. Erschwerend kommt hinzu, dass Israel sich mit dem Feinbild der Linken, dem “kapitalistischen und imperialistischen” Amerika verbündeten. Damit wurde die Sympathie für den Staat Israel unmöglich. Dies machte es einfach, sich in Bezug auf die Palästinenser zu positionieren. Es ist nicht absehbar, ob sich diese jemals selbst helfen werden. Um Israel zu vernichten, werden alle Energien gebündelt. Raum für die Errichtung von Institutionen, welche für eine funktionierende Selbstverwaltung überhaupt erst die Grundlage bilden, wird nicht geschaffen.

Man kann also über die Palästinenser seine schützende Hand halten und sich so als Kämpfer für schwache Menschen darstellen. Die dahinter stehende Arroganz, welche das endlose Verständnis gegenüber den Palästinensern offenbart, wird nicht gesehen. Die Linke bemerkt nicht, dass sie, indem sie die Palästinenser als Opfer dastehen lässt, signalisiert, dass sie ihnen nicht zutraut, Verantwortung für das eigenen Handeln und Unterlassen zu übernehmen.

9/11 hat dazu geführt, dass der politische Islam thematisiert werden musste. Dass die Gefahren, welche durch diese Form des Extremismus ausgehen, problematisiert werden. In der Bevölkerung besteht weitestgehend Einigkeit darüber, dass Links- und Rechtsextremismus zu bekämpfen sind. Uns brachte die jüngere Vergangenheit aber nicht bei, dass es für die FDGO auch Gefahren neben dem Links- und Rechtsradikalismus geben kann. Dies führt dazu, dass die Gefahr durch den politischen Islam relativiert wird. Der politische Islam ist allerdings nicht nur eine entfernte Theorie, sondern die Praxis in vielen islamischen Ländern.

Diktaturen zeichnen sich dadurch aus, dass die Menschen Angst vor dem Regime und dessen Willkür haben. Terrorismus macht den Menschen auch Angst. Diktaturen und Terrorismus wollen das gleiche: den Menschen Angst machen um so zu erreichen, dass getan wird, was sie wollen. Hier sind wir beim nächsten Punkt, welcher den Extremismus in Form des politischen Islam besonders gefährlich macht. Der politische Islam verfügt über die Manpower, nachhaltig einzuschüchtern. Eine Fatwa, die in den Aufruf mündet, einen Gegner töten zu lassen, wird sofort verbreitet. Es finden sich genügend Unterstützer, die eine solche Aufforderung nur zu gerne in die Tat umzusetzen würden.

Landesminister Günther Beckstein erklärte gegenüber dem ZDF, dass innerhalb der letzten fünf Jahre keine einzige Anzeige aus islamischen Kreisen gegen Extremisten in den eigenen Reihen erstattet wurde. Hieraus ist nur ein Schluss zu ziehen: Auf die Mithilfe unserer muslimischen Bürger können wir nicht zählen. Das ist hart, aber es ist so. Diejenigen Muslime, welche ihre Stimme erheben, sind Einzelfälle. Die Vergangenheit hat es immer wieder gezeigt: die Solidarität mit den radikalen Glaubensbrüdern, auch wenn man deren Gesinnung ablehnt, ist größer als die mit dem Rest der Gesellschaft – und auch gegenüber sich selbst. Und hierin liegt eine weitere erhebliche Gefahr. Diejenigen, welche am ehesten mitbekommen könnten, dass Extremismus ausgeübt wird, werden nicht dabei helfen, diesen zu bekämpfen.

Aber auch hierbei ist das Verständnis der Linken wieder endlos. Claudia Roth bezeichnet die Aufforderung an Muslime, bei der Extremismusbekämpfung zu helfen, als Denunziantentum. Das lässt tief blicken, aber verwundert nicht, spiegelt es doch eine allgemeine Haltung wieder. Diese Haltung ist zwar grundsätzlich positiv; sie ist die Lehre aus unserer Vergangenheit. Es darf nie wieder geschehen, dass eine Minderheit unter einen Generalverdacht gestellt wird. Aber manche Schablonen müssen an den Rändern etwas ausgefeilt werden, ohne dass dies bedeutet, dass gleich die gesamte Schablone nicht mehr brauchbar ist.

Muslimhetze muss ein Tabu bleiben. Aber es darf nicht sein – und das geschieht momentan – dass man die Minderheit der Muslime unter einen Generalfreispruch stellen will, nur weil sie eine Minderheit sind. Einer Minderheit anzugehören bedeutet nicht, ein besserer Mensch zu sein. Die Terroristen entspringen einer Minderheit. Es ist unerheblich, aus welcher Gruppe sich Terroristen rekrutieren. Extremisten haben keinen besonderen Schutz verdient. Es ist nur eine Frage der Zeit, dass hier in Deutschland auch eine Bombe, durch Islamisten gezündet, hochgehen wird. Sollte diese Kinder mit in den Tod reißen, dann möchte ich, dass Claudia Roth sich vor deren Eltern stellt und diesen ins Gesicht sagt, es wäre die Aufforderung zum Denunziantentum, wenn man verlange, dass Muslime extremistische Glaubensbrüder anzeigen.

Die Linke ist nicht bereit, ihre ideologisch veraltete Brille gegen eine neue einzutauschen. Toleranz ohne Grenzen schafft den Raum für den politischen Islam. Minderheitenschutz bedeutet nicht, Angehörige der Minderheit grenzenlos agieren zu lassen. Muslim-Hetze und Muslimbashing sind heute die Schlagworte, mit deren leichtfertigen Gebrauch man zeigen möchte: “Ich gehöre zu den Toleranten und lasse jeden nach seiner Fasson leben”. Nicht immer wird diese neue Waffe unbegründet eingesetzt. So wie auch das neue Modewort “Generalverdacht” nicht jedes Mal aus der Luft gegriffen ist. Aber die Häufigkeit der Benutzung dieser Begriffe steht in einem auffallenden Missverhältnis zur Realität. Jede Diskussion über den politischen Islam soll im Keim erstickt werden. Minderheitenschutz wird um den Preise des Zulassens von Extremismus ohne wenn und aber praktiziert.

Die Träume der Linken, wie der israelische Staat funktionieren soll, sind an der Realität gescheitert. Wie sich ausdrückliche Symphatie in explizite Ablehnung wandelte, können wir alle beobachten. Die Realität, dass Muslime zu Islamisten werden, weil sie all das ablehnen, was die Linke in Bezug auf sie fordert, nämlich endlose Toleranz gegenüber allem und jedem, wird irgend wann nicht mehr ignoriert werden können. Die Linken werden nicht ewig die Augen davor verschließen können, dass es gerade die fehlenden Regeln und die Ermangelung eines Wertekorsetts sind, warum Muslime sich radikalisieren. Denn ebendieser Mangel wird dem westlichen System zugeschrieben, das daher erst recht als bekämpfenswert gilt.

Was passiert, wenn Gruppen sich nicht so verhalten, wie es die Linken erhofften, können wir in der Behandlung Israels durch die Linke studieren. Diese sollte wissen, dass sich der radikale Islam auch gegen das richtet, für was die Linke steht. Und darum behält der Satz von Salman Rushdie seine Richtigkeit: “The fundamentalist believes that we believe in nothing. In his world-view, he has his absolute certainties, while we are sunk in sybaritic indulgences. To prove him wrong, we must first know that he is wrong.”

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Siehe auch:
Solidarität mit Lars Vilks und Ulf Johanson, 16. September 2007,
Trennlinie, 04. September 2006.

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