Brief an das libanesische Volk
Von Uri Orbach
Israel hat keinen Streit über Grenzen mit euch, dem libanesischen Volk, aber wir haben sicherlich einen großen Streit, wenn es um unsere moralischen Grenzen geht. Wir haben die Leichen von Udi und Eldad innerhalb weniger Stunden identifiziert. Und ihr? Ihr habt es in 30 Jahren nicht geschafft, festzustellen, wer euer Samir Kuntar ist.
30 Jahre sind vergangen, und ihr könnt noch immer nicht zwischen einem Nationalhelden und einem Kindermörder unterscheiden. Euch reicht es schon, dass jemand einen Juden getötet hat - selbst wenn es ein kleines Mädchen aus Nahariya ist -, um ihn mit höchsten Ehren zu empfangen.
Ihr feiert euren „Sieg“ und zeigt Verachtung für unseren Schmerz. Noch solch ein Triumph, und ihr werdet verloren sein. Während ihr von einem Sieg zum nächsten schreitet, bleibt ihr in Elend und Fanatismus stecken.
Mit jeder stolzen Vorführung und Kundgebung für eure Helden werdet ihr mehr von der Hisbollah übernommen, mit ihrem Leichenfresser Scheich Nasrallah an der Spitze. Das Feuer, das aus seinem Gestrüpp hervorlodert, zehrt seit Jahren die Zedern des Libanon auf.
Nasrallah ist ein Mann, der sein wahres Gesicht im Versteck offenbart; er ist der Mann, der auch euer wahres Gesicht zeigt.
Dies ist ein trauriger Tag in Israel, er trägt Schmerz und Zurückhaltung und Stolz auf das, was wir sind: eine standhafte jüdische Mauer gegen die Speerspitze des iranischen Wahnsinns, welche dort ist wegen eures Schweigens und eurer Förderung. Die Söhne sind zu unseren Grenzen zurückgekehrt, während der Kindermörder zu euren Grenzen zurückgekehrt ist.
Wir haben die Leichen mit großer Trauer empfangen, während ihr fidel einen Verbrecher empfangen habt. Seht nur den Unterschied zwischen uns.
(Yedioth Ahronot, 17.07.08. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Botschaft des Staates Israel, Berlin.)
Was geopfert und wofür
“Es ist mir wichtig, dass das libanesische Volk begreift, was es geopfert hat und wofür. Es hat etwa 800 Mann verloren und seine gesamte Wirtschaft, und wofür? Für jemanden, der eine Vierjährige ermordet hat? Kann man so jemanden als Held bezeichnen?”
-Shlomo Goldwasser, Vater des ermordeten israelischen Soldaten Ehud, dessen Entführung durch die libanesische Hisbollah Ursache des Libanonkrieges war, über den gegen die sterblichen Überreste seines Sohnes und die dessen Kameraden Eldad Regev eingetauschten Terroristen Samir Kuntar, der u.a. einem vierjährigen Mädchen den Schädel mit einem Gewehrkolben eingeschlagen hat.
Libanon: Gemeinsam gegen die Hisbollah
“Für einen friedlichen, zivilen Widerstand zum Schutze des Libanon”, so lautet der öffentliche Aufruf libanesischer Intellektueller, Journalisten und Aktivisten der Zivilgesellschaft vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse um die Hisbollah.
Darin heisst es unumwunden, dass ein Verbleib der Waffen bei Nasrallahs Milizen das Ende des Libanon bedeutet und dass der Präsident nur solange Präsident ist, wie er auch Waffengewalt des Landes innehat. Darum sind auch Wahlen nur dann frei, wenn nicht die eine Partei unter Zuhilfenahme von Waffen Terror gegen andere Parteien auszuüben in der Lage ist.
Explizit wird festgesstellt, dass eine armierte Hisbollah die innerislamische Spaltung (fitna islamiyya-islamiyya) vorantreibt. Die Unterzeichnenden rufen daher “alle Libanesen im In- und Ausland” dazu auf, Verantwortung für sich und ihr Land zu tragen und “einen friedlichen, zivilen Widerstand gegenüber der Revolte der Hisbollah” in Gang zu setzen, um das Land, seine Gesellschaft und das Staatswesen zu schützen.
Der in arabischen Gesellschaften übliche Weg, einen Konflikt durch Interessenharmonisierung beizulegen, wird hier gerade nicht beschritten, sondern die Hisbollah ausdrücklich als Risikofaktor für den Fortbestand des Landes genannt, an deren Entwaffnung kein Weg vorbei führt. Hier ist sie, die vom Westen so oft erwünschte Zivilgesellschaft. Und die Liste der Unterzeichner ist beeindruckend lang.
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Siehe auch:
- Ja zur Freiheit des Wortes – auch in Saudi-Arabien, 31. März 2008,
- Ehrenmorde in dörflichen Gemeinschaften Syriens, 15. Januar 2007.
Persepolis im Zedernstaat
Die Verfilmung von Marjan Satrapis Comic-Novelle Persepolis, in der die Autorin ihre Kindheit im Iran autobiographisch verarbeitet, darf im Libanon nicht aufgeführt werden. Die persischsprachige Webseite djar.eu will wissen, dass das Verbot auf Druck der Hisbollah, die bekanntlich am verlängerten Arm der Mullahs operiert, durchgesetzt wurde. Von seiten des libanesischen Kultusministeriums dagegen wird verlautbart, dass der Film weder antiiranisch noch antiislamisch sei, und ein Verbot rechtlich nur dann begründet werden könne, wenn ein Aufflammen konfessioneller Unruhen zu befürchten sei, ethische Wertvorstellungen tangiert, der Staat verunglimpft oder dem zionstischen Feind in die Hände gespielt werde. Die wahren Gründe für das Aufführverbot kennt auch der libanesische Kultusminister Tariq Matari nicht. Er selbst verurteilt die Zensur als unbegründet.
Eine regierungsnahe anoyme Quelle hingegen behauptet, dass das Verbot auf Geheiss des Generaldirektors für öffentliche Sicherheit, General Wafiq Jazini, ausgesprochen wurde, der der Hisbollah nahestehen soll. Dieser jedoch dementiert und behauptet, dass die Zensur keine Sache einer einzelnen Person sei. Demnach soll es Klagen verschiedener Religionsvertreter über den Film gegeben haben und vor allem in den Reihen der schiitischen Gemeinschaft war gewalttätiges Potential vermutet worden. Die “Sozialistische Fortschrittspartei” rief mittlerweile dazu auf, sich nicht jedem “Gesinnungsterror” zu beugen und forderte die sofortige Freigabe des Films.
Derweil klagt der libanesische Vertreiber des Films, Bassam Eid, dass die Zensur ihm das Geschäft kaputtmache. Tatsächlich könne man die Verbreitung des Films gar nicht verhindern: Er selbst habe im palästinensischen Flüchtlingslager Sabra Raubkopien des Films für zwei Dollar pro Stück erstanden.
Common Sense in Toronto
Zu dem leidigen Thema des akademischen Israel-Byokotts gibt es auch einmal etwas Gutes zu berichten: Eine Umfrage an zwei Universitäten in der kanadischen Stadt Toronto hat ergeben, dass eine Mehrheit der Studenten den radikal anti-israelischen Gruppierungen an ihrer Hochschule nicht folgen mag.
The survey was conducted for Friends of the Simon Wiesenthal Center over a four-week period beginning in late August. Avi Benlolo, the centre’s president and CEO, said the Jewish community should take heart at the findings, which suggest the harsh and aggressive message broadcast by Israel’s opponents is failing to gain traction. Despite the repeated labelling of Israel as an “apartheid state,” students at both campuses rejected a boycott of Israel by a nine-to-one margin, seeing it as a violation of the principle of the free exchange of ideas, he said.
Vorbildlich.
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Siehe auch:
- Der Libanon, die Juden und der Hass, 6. September 2006.
Libanesische Ansichten über die USA und den Iran
Overwhelmingly, Christians see America in a positive light — 82% have a favorable opinion of the United States. Shia, on the other hand, are decidedly negative — only 7% have a favorable view. Sunnis occupy a middle ground, with roughly half (52%) holding a positive view. This is a considerably higher level of support than the United States receives among Lebanon’s largely Sunni neighbors — for instance, only 21% of Egyptians, 20% of Jordanians, 13% of Palestinians, and 9% of Turks hold a positive opinion of the U.S. In fact, the U.S. receives more favorable marks among Lebanese Sunnis than among some of America’s closest European allies, including Britain (51% favorable), France (39%), and Germany (30%).
…weiss Pew Research aktuell über die libanesische Bevölkerung zu berichten. Damit stehen die USA unter den Sunniten besser da als nach einer Umfrage des Beiruter Zentrums für Forschung und Information. Aber auch der Iran schneidet hier unter Schiiten sehr viel besser ab, als nach einer Erhebung desselben Beiruter Zentrums von vor anderthalb Jahren. Eine Frage der Forschungsmethodik oder ein Wandel der Einstellung?
Die Opfer der europäischen Appeasementpolitik
Dr. Kazem Moussawizadeh, Sprecher der iranischen Grünen, fordert laut der “Welt“,
das Ende der „Kollaboration“ Europas mit dem Mullah-Regime. Er sagt: „Für die Wirtschaftsinteressen und Machtspiele der Europäer, Chinas und Russlands gegen die USA müssen die iranischen und israelischen Menschen in der Region leider mit dem Leben zahlen.Er fordert „umfassende UN-Sanktionen gegen das Regime“. Zudem fordert der Grünen-Politiker, dass ein internationales Gericht die verantwortlichen Politiker des iranischen Regimes verurteilt. Außerdem müsse „Europa sofort die Revolutionsgardisten, Ali Khamanei und Ahmadinejad in die Terroristenliste der europäischen Länder aufnehmen.“
Zur Außenpolitik Teherans sagt er,
Außenpolitisch versuche das iranische Regime kraft der Strategie des Heiligen Krieges seine eigene Macht auszuweiten. Das Regime wolle nicht nur Israel zerstören, sondern die gesamte Welt erobern. Nicht von ungefähr habe Ahmadinejad die gesamte Weltbevölkerung aufgerufen, zum Islam zu konvertieren. Das Ziel sei eine internationale, islamische Herrschaft unter der Führung von Revolutionsführer Ali Khamenei zu errichten. Dieser Anspruch auf Weltherrschaft sei eine Parallele zur Politik des Nationalsozialismus, stellt er besorgt fest. Angestrebt werde nicht die Herrschaft der „arischen Rasse“, sondern die religiöse Vorherrschaft des Islam.
…und geht dabei davon aus, dass eine „offene Konfrontation mit dem Westen und Israel mit Sicherheit vorprogrammiert“ sei. Zum Terrorismus führt er aus:
Die europäische Beschwichtigungspolitik habe ignoriert, dass das Teheraner Regime terroristische Netzwerke in der Region und auch in Europa aufgebaut hat, bemerkt Moussawizadeh. Das Mullah-Regime sei nicht mehr gezwungen, seine eigenen Soldaten und Revolutionsgardisten über die iranische Grenze hinaus zu senden, um Länder wie Irak und Israel anzugreifen. Die Mullahs könnten „von Teheran aus durch ihre terroristischen paramilitärischen Kräfte im Ausland leicht operieren. Durch die Hizbullah im Libanon, durch die Hamas in Gazastreifen, Badr- und Sadrbrigaden in Irak, Al Kaida sowie durch die Taliban in Afghanistan.
Auch dieser Vorwurf wird seinen Kollegen von den Grünen in Deutschland nicht gefallen:
Für Moussawizadeh ist es keine Frage, dass das iranische Regime 16 Jahre auf einen Dialog mit Europa gesetzt habe, um Zeit zu gewinnen, die nötig sei, um die Atombombe zu bauen. Die Opfer der europäischen Appeasementpolitik seien vor allem die Menschen im Iran und in Israel. Die Wirtschaftsbeziehungen mit Europa würden im Iran von der „Militärregierung und den Pasdaran sowie den Sicherheitskräfte verantwortet werden.“
Dr. Kazem Moussawizadeh habe das Prinzip seiner Partei zusammengefaßt: „Der Hauptfeind unserer Zeit ist weder Imperialismus noch Zionismus, sondern Fundamentalismus und das religiös-faschistische System.“
(Via)







