Terroristische Internationale

August 18, 2008 · Filed Under Deutschland, Extremismus, Linke Schwärmereien · 1 Comment 

Von der FARC über die PKK bis zur ETA: Die Linkspartei unterhält zu allen Arten terroristischer Gruppierungen gute Kontakte, so der “Focus”:

Seit einigen Jahren sammelt das Bundestagsbüro des CSU-Außenpolitikers Karl-Theodor zu Guttenberg systematisch Belegmaterial für dessen Vorwurf, die Linke zeige ein „völlig ungeklärtes Verhältnis zu Gewalt und Terrorismus“. Ungeklärt? Guttenberg legt nach: „Die Klärung ergibt sich aus den Fakten.“ (…)

Innenpolitisch ziele der Terrorismus-Flirt der Alt- und Neokommunisten darauf, „die Mobilisierungsreserve des linksextremistischen Milieus in Westdeutschland anzubinden“ und damit „die Westausdehnung der Linkspartei zu fördern“, urteilt Guttenberg. Auf gleicher Linie liege das Interesse an der Unterstützerszene der ehemaligen deutschen RAF-Terroristen. Seine Warnung vor „fortschreitender Radikalisierung“ der Linken sieht der CSU-Politiker bestätigt durch eine Studie der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages vom 31. Juli. Diese weise auf eine linke Doppelstrategie hin: den „außerparlamentarischen Kampf“ im In- und Ausland auch mit parlamentarischen Mitteln voran zu treiben.

Derweil gibt man sich bei der Linkspartei empört, dass sie immer noch in den meisten Bundesländern überwacht wird.

(Dank an Nasrin)

“Israel muss von der Erdoberfläche verschwinden”

July 23, 2008 · Filed Under Antisemitismus/Antizionismus, Iran, Israel · 1 Comment 

Israel ist alles andere als verschwunden, stattdessen verschwinden die von Teheran öffentlich geäusserten Vernichtungswünsche für den jüdischen Staat aus den online verfügbaren Transkripten. Offenbar haben Ahmadi-Nejad und seine Gefolgsleute noch nicht gemerkt, dass die westliche Intelligenzija immer nur das beste und edelste aus ihren Hasstiraden herausliest.

Nun hat Rahim Moshayi, Berater Ahmadi-Nejads und Vorsitzender der staatlichen Kulturstiftung (”Organisation für das kulturelle Erbe”), die Worte Ahmadi-Nejads bekräftigt, dass Israel keinerlei Legitimation besitze und bald von der Erdoberfläche verschwinden müsse. Das von Ahmadi-Nejad gebrauchte “az safhe-ye ruzgar” (vom Angesicht der Erde), das ein Professor aus Michigan in seiner englischen Übersetzung mit “from the page of time” aufgehübscht hat, benutzt Moshayi allerdings nicht.

In seinen Worten heisst es, Israel müsse “az arse-ye giti” verschwinden, wobei arse wörtlich soviel wie “Schauplatz, Bühne” bedeutet, und giti “Welt” oder “Universum”. Natürlich macht es keinen Sinn, Wort für Wort von einer Sprache in die andere zu übersetzen. So etwas mag vielleicht in Michigan als korrekte Übersetzung durchgehen, aber sonst nirgendwo. Selbstverständlich werden immer Sinneinheiten übertragen, die der Satzintention entsprechen, und darum wird auch z.B. ein englischer Ausdruck wie “to kill two birds with a stone” im Deutschen nicht mit “zwei Vögel mit einem Stein töten” wiedergegeben.

Während allerdings die von Ahmadi-Nejad benutzten Vokabeln safhe und ruzgar für sich genommen eine etwas schillernde Semantik aufweisen, gilt dies für arse und giti nicht. Ergo: Moshayi spricht davon, dass Israel komplett aus dieser Welt verschwinden möge, und dies, weil es keinerlei Legitimation besitze. Interpretationsspielraum gibt es bei dieser Aussage nicht. Gekrönt wird diese durch die Behauptung “das israelische Regime ist tot”, was abermals den Wunsch der iranischen Machthaber demonstriert, dass es mit Israel nicht schnell genug vorbei sein kann: “Wir in der Region und in der Welt werden Zeugen sein, wenn Israel nicht mehr zugegen ist [hozur nadarad].”

Das ganze Interview mit der Zeitung “Kargozaaran” hat es überhaupt in sich. Moshayi erläutert hier in extenso, warum die kürzlich weltweit verbreitete Nachricht, er habe den Iran als einen “Freund der Israelis” bezeichnet, ein Missverständnis sei. Tatsächlich, so führt Moshayi aus, sei der Iran ein Freund aller Nationen, auch solcher, die unter einer Besatzungsherrschaft leben. Da nun nicht alle Menschen in Israel auch Zionisten seien, habe der Iran für den grössten Teil der Bevölkerung auf dem Territorium israelischer Herrschaft Sympathie. Nicht jedoch für Israel selbst.

Israel selbst sei ohne Legitimation und dem Gebiet und der Bevölkerung Palästinas nur übergestülpt [tahmil shode ast]. Die Zionisten seien dort nur eine begrenzte Minderheit [yek aqalliyat-e mahdud], die man ignorieren könne. Die Mehrheit derer, die in den besetzten Gebieten1 lebten, haben mit dem Zionismus nichts zu tun: “Seien Sie gewiss, dass selbst der grösste Teil des jüdischen Volkes dort keine Zionisten sind.” 

Weil Israel illegitim und übergestülpt sei, so Moshayi, sei er sich dessen sicher, dass es verschwinden müsse [bayad az miyan berawad / bayad az safhe-ye ruzgar mahw shawad], was allerdings der Feind mit seiner Medienmacht so dargestellt habe, als ob der Iran einen militärischen Zusammenstoss mit dem “usurpatorischen zionistischen Regime” beabsichtige und mit Nuklearwaffen in den Krieg ziehen wolle.

Nach der Niederlage im 33-Tage-Krieg (gemeint ist der Krieg 2006 gegen die libanesische Hisbollah) sei jedoch das Schicksal Israels besiegelt. Der Krieg habe deutlich gemacht, dass nicht etwa mehrere Länder notwendig seien, um Israel zu zerstören, sondern eine fromme Widerstandsbewegung allein ausreiche. Dies sei ein Zeichen für den Tod des Regimes, das die Legende vo der eigenen Unzerstörbarkeit unverzüglich begraben habe.

Weder Israel noch die USA haben den Mut, gegen den Iran aufzustehen. Für die Juden selbst sei Israel zu einem Nachteil geworden, habe doch “dieses Krebsgeschwulst” [ghodde-ye sartani] die Juden übel beleumundet und ihnen weltweit schwere Kosten aufgebürdet – ihnen, die mehrheitlich die “zionistischen Verbrecher” doch keineswegs akzeptierten. Selbst die Juden in Palästina seien mit Israel unglücklich. Damit wieder Ruhe in der Region einkehre, gebe es daher nur eine Möglichkeit: Das Verschwinden [barchide shodan] des Regimes.2 

Was den Holocaust betreffe, so leugne “Dr. Ahmadi-Nejad” nicht die Ermordung von Juden durch die Nazis, er halte aber das “Abenteuer des Holocaust” [majara-ye holokast] für ein “politisches Spiel”, das die Zionisten in böser Absicht missbrauchten. Es folgt die bekannte Tirade, dass die Zionisten den Holocaust als Vorwand benützen, um ihre “verbrecherische Politik” zu verfolgen. Moshayi, der Israel nicht als Nation betrachtet, endet damit, dass keine Nation der Welt Feind des iranischen Volkes sei. Das seien nur die tyrannischsten und niederträchtigsten Individuen auf dem Globus.

(Dank an Nasrin)

[Dieser Text wurde um 19:00 Uhr überarbeitet. Die alte Fassung beruhte allein auf der Paraphrase des Interviews bei “Iran Press News”. Die ersten vier Absätze dieses Posts sind unverändert.]


  1. Aufgepasst: Das Mullahregime meint damit immer das Gebiet vom Jordan bis zum Mittelmeer! [back]
  2. Im Original:  همه می‌دانند كه تنها راه بازگشت آرامش از بین رفته فلسطین، برچیده شدن این رژیم است. [back]

Hinter dem Schleier der Islamischen Republik

July 1, 2008 · Filed Under Iran, Menschenrechte · 2 Comments 

Der erste Newsletter von ASMEA wartet mit hochinteressanten Konferenzpapieren auf, darunter eines über “juristischen Terrorismus im Namen islamischer Gerechtigkeit: Der Fall Iran, 1979-2007″, in dem man u.a das hier lesen kann:

In October 1989, the Resalat Daily reported that during the course of a stoning, the female convict managed to drag herself out of the stoning pit to escape the punishment. Traditionally, one who survives actual capital punishment (in this case stoning) is considered innocent and would be let go. Not in this case as the marshals of the execution were reported to have captured the fleeing convict, brought her back to the pit, and forced her to endure the rest of the punishment which resulted in her agonizing death. It is noteworthy that the top officials of the Islamic Republic have consistently denied that women are stoned to death. For example, in an interview with Le Figaro on September 10, 1994, the then President of Iran, the Ayatollah Akbar Rafsanjani was asked, “Are women accused of adultery stoned in Iran?” He replied: “No, no such thing exists in Iran. This has been fabricated to damage us.” However, The General Assembly of the United Nations has condemned the Islamic Republic of Iran (IRI) fifty-three times for the egregious violation of human rights in 2007, including its use of stoning as punishment. There are other world bodies such as Amnesty International (AI), and Human Rights Watch (HRW) that have reached similar conclusions. For example, in its 1989 Annual Report, Amnesty International reported the execution of more than 1200 political prisoners in Iran.

Bemerkenswert ist, wie die Brutalität des Regimes einhergeht mit einer ausgesprochenen Feigheit, sich zu ihr zu bekennen. Immerhin werden Steinigungen und ähnliche Barbarismen in aller Öffentlichkeit vollstreckt. Eine Leugnung dieser Vorkommnisse scheint also besonders absurd. Zugleich zeigt es auf eine Weise, die anschaulicher nicht sein könnte, dass diesem Regime nicht über den Weg zu trauen ist, mögen ihre Apologeten im Westen auch gerne das Hohelied des Dialogs und der Verständigung singen.

Die Autoren des Papers weisen zudem darauf hin, dass sich nach Angaben von Amnesty International die Situation bis heute nur noch verschlimmert hat. Hierzulande mögen viele von einer Ära Ahmadi-Nejad nichts anderes erwartet haben, aber wer gelegentlich den britischen “Guardian” liest, weiss, dass dort ein gewisser Hossein “Hoder” Derakhshan die Stirn hat, Ahmadi-Nejad mit dem Modernisierer Amir Kabir zu vergleichen und einer westlichen Öffentlichkeit allen Ernstes weisszumachen versucht, im Iran wandelten sich die Dinge zum Besseren. Die Verfasser des Papiers schliessen dagegen mit folgender Bilanz:

The victimization data utilized in this paper and in conjunction with the operational functions of the Islamic Penal Code show the following: (1) Juveniles as young as 16 years of age are being subjected to capital punishment from 1979 to present; (2) a record number of women convicts have been stoned to death for crimes such as adultery, immoral relations, murder and prostitution without due process of law; (3) political opponents of the Islamic Republic have been assassinated in Europe, North America and South East Asia; (4) the United Nations General Assembly has condemned numerous times the Islamic Republic for its egregious violation of basic human rights in Iran including the manner in which cruel and unusual punishments have been applied without due process of law. What we consider as judicial acts of terrorism do not take place because some low ranking judges or prosecutors have arbitrarily inflicted cruel and unusual punishments on the convicts; from both the Islamic Penal Code and the Islamic Republic’s Constitutional prerogatives, each case has to be validated through both procedural laws as well as relevant case law as predicated on authentic sayings or tradition attributed either to the Prophet Muhammad or to the Immaculate Shiite Imam(s), or both.

Ein klarer Befund: Brutalität ist kein gelegentliches Vorkommnis, sondern dem Wesen der Islamischen Republik in das Fundament gegossen. Was das für das Unterfangen einer “Reformbewegung” bedeutet, mag sich jeder selbst denken.

Blut für Öl

July 1, 2008 · Filed Under Antiamerikanismus, Aus dem Tollhaus · 1 Comment 

Abdalmalik Drudkal, Chef der “Al-Qaida im Islamischen Westen”, beklagt sich, dass die USA “sich unseres Öls bemächtigen”, weswegen er Angriffe auf amerikanische Ziele in der ganzen Welt ankündigte. En passant verteidigte er auch den Anschlag auf vier französische Touristen in Mauretanien im vergangenen Dezember als Aktion einer befreundeten Gruppe. Schliesslich dient alles irgendwie der guten Sache.

Blut für Öl also. Und keine Zusammenrottung von PACE-Flaggenträgern in westlichen Landen zu sehen.

Was treibt Ahmadinejad an?

June 24, 2008 · Filed Under Antisemitismus/Antizionismus, Extremismus, Iran, Israel · 2 Comments 

Von Jonathan Halevi und Ashley Perry

Der schiitische Iran strebt danach, die Position einer regionalen Supermacht zu erlangen, indem er eine wichtige Atommacht auf der internationalen Bühne wird. Der Iran fordert den Westen offen heraus, wenn er versucht, die Amerikaner und Briten aus dem Irak zu vertreiben und Hegemonie in der Golfregion zu erreichen, u. a. mittels seines in den letzten Jahren massiv vorangetriebenen Militärprogramms. Die iranische Führung spricht von einem „neuen Nahen Osten“ als Antwort auf den Westen und meint damit einen islamischen Nahen Osten, der von der Islamischen Revolution des Iran geprägt ist.

Die politischen Aspirationen des Iran werden von einem religiösen Eifer angetrieben. Präsident Mahmoud Ahmadinejad hat wiederholt die „bevorstehende und offenkundige Liquidierung Israels“ beschworen, als Codewort für die messianische Inbrunst, die er mit seinem spirituellen Mentor, Ayatollah Mohammad Taghi Mesbah Yazdi, teilt, einem der radikaleren Ayatollahs, der  diplomatischen und militärischen Aktivismus vertritt, um die globale islamische Revolution voranzutreiben.

Der frühere Präsident Khatami, ein iranischer Reformer, hat Yazdi einmal als den „Theoretiker der Gewalt“ bezeichnet. 2006 erließ Yazdis führender Schüler, Mohsen Gharavian, eine Fatwa, die den Einsatz von Atomwaffen gegen andere Länder genehmigte. Dies steht im Widerspruch zu iranischen Diplomaten im Westen, die immer wieder sagen, dass Atomwaffen dem Islam zuwiderlaufen und daher nicht angestrebt werden sollen.

In einer Sprache, die an Ayatollah Khomeinis Fatwa gegen Salman Rushdie erinnert, bestimmte Ahmadinejads Mentor auch: „Wenn irgendjemand die Heiligkeit des Islam beleidigt, erlaubt der Islam, dass sein Blut vergossen wird, ohne dass rechtliche Verfahren notwendig wären.“

Gegenüber führenden Religionsgelehrten versuchte Ahmadinejad im November 2005 nicht seine wahren Motive und Absichten zurückzuhalten. Das grundlegende Ziel sei es, dem Mahdi, dem schiitischen Messias oder „entschwundenen Messias“ den Weg zu bereiten. Dabei betonte er, um dies zu erreichen, müsse der Iran ein islamisches Beispiel geben, eine starke Gesellschaft aufbauen und eine Regierungspolitik auf vielen Bereichen entwickeln, die sich um die Zielvision des Endes der Zeit mit der Ankunft des Mahdi bemüht.

Als Bürgermeister Teherans hat Ahmadinejad im Jahr 2004 offensichtlich heimlich die Stadtverwaltung angewiesen, eine große Allee für den Mahdi vorzubereiten. Ein Jahr darauf stellte er als Präsident 17 Millionen Dollar für eine blau-gekachelte Moschee in Jamkaran in Qum zur Verfügung, die eng mit dem Mahdi-Glauben (mahdaviat) verbunden ist. Er drängte auch zum Bau einer direkten Zuglinie zwischen Teheran und Jamkaran.

Der religiöse Eifer, der mit der Moschee verbunden ist, zeigt sich jeden Dienstag, wenn sich am für die Ankunft des Mahdi angesetzten Abend Tausende von Iranern am Schrein von Jamkaran tummeln. Sie schreiben Wünsche auf Zettel und werfen sie in einen Brunnen, in dem der Imam erschienen sein soll. Ahmadinejad hat einmal eine Liste der von ihm vorgeschlagenen Kabinettsmitglieder in einen nahe der Moschee gelegenen Brunnen geworfen, um – so wird erzählt – von der ihm zugeschriebenen göttlichen Verbindung zu profitieren.

Am meisten beunruhigt, dass Ahmadinejad offen den Glauben vertritt, seine Herrschaft sei der Vorbote des Mahdi. Seine Rede vor der UNO im Jahr 2006 in Anwesenheit vieler führender Politiker aus der ganzen Welt schloss er mit einem Gebet: „Oh mächtiger Gott, ich bete zu dir, das Erscheinen deines letzten Treuhänders zu beschleunigen, des Versprochenen, des perfekten und reinen menschlichen Wesens, desjenigen, der diese Welt mit Gerechtigkeit und Frieden erfüllen wird.“

Ein voriges Jahr im Libanon veröffentlichtes Buch mit dem Titel „Ahmadinejad und die nächste globale Revolution“ konzentriert sich auf Ahmadinejads schiitische Vision des Mahdi. Der Autor, Shadi Fakiya, stellt eine direkte Verbindung zwischen Ahmadinejad und dem Mahdi her. Fakiya behauptet, dass der gegenwärtige iranische Präsident der Beschreibung des Kommandanten der Mahdi-Truppen entspricht, die gemäß dem schiitschen Glauben Jerusalem befreiten.

Ahmadinejad wird als entschlossen und direkt von Allah geführt dargestellt und im Glauben daran, dass die „Armee der Befreiung Jerusalems“ durch den Irak ziehen wird, ähnlich wie Ayatollah Khomeini, der behauptete, dass die Straße nach Jerusalem durch Karbala (eine heilige schiitische Stadt im Irak) führe würde.

Ahmadinejads Entschlossenheit, Atomwaffen zu gelangen, wird auch als Zeichen messianischer Erlösung ausgelegt, wenn er und sein Umkreis die Auseinandersetzung mit der internationalen Gemeinschaft über die Verhinderung der Entwicklung von Nukleartechnologie als einen der Wege, dem Erscheinen des Mahdi den Weg zu bereiten, betrachten.

Wie im Christentum wird auch dem schiitischen Messias ein ‚Anti-Christ’ bzw. im schiitischen Glauben der ‚Dajjal’ vorangehen. Die muslimische Tradition sagt voraus, dass am „Ende der Zeiten“ der Dajjal und seine Armee damit drohen werden, den gesamten Globus zu übernehmen, wobei der größte Teil mittels militärischer Macht erobert und andere mit materiellem Wohlstand verführt werden sollen. Dann wird der Mahdi erscheinen, um den Dajjal zu zerstören und sodann nach dem Gesetz der Sharia die Welt zu regieren.

Wenn auch historisch wenig über die Identität des Dajjal bekannt ist, behaupten mehr und mehr schiitische Imame, dass die Juden der Dajjal und seine Anhänger sind. Diese extremistischen Imame und ihre Gefolgsleute verweisen auf die antisemitischen ‚Protokolle der Weisen von Zion’ als Beweis dafür, dass die Juden die Welt regieren und den Islam korrumpieren.

Bereits in den 70er Jahren schrieb Ayatollah Khomeini in seinem Vilayat-i Faqih, dass die Juden den Islam pervertieren und daher göttliche Rache verdienen würden.

Ahmadinejads Obsession mit Israel führt viele dazu, davon auszugehen, dass er glaubt, Israel sei das absolut Böse und passe in die Rolle des vermeintlichen Dajjal. Des iranischen Präsidenten andere Obsession, die Leugnung des Holocaust, fügt sich ebenso in den Glauben ein, dass der Dajjal die Welt mit seinen Lügen irrezuführen vermöge.

Gemäß der Fakiya ist das gegenwärtige Zeitalter das „Zeitalter der Offenbarung“, in dem verschiedene Anzeichen das Erscheinen des Mahdi verkünden: Zuerst wird es eine Zusammenkunft der Juden in Palästina geben; danach wird der schiitsche Mahdi erscheinen und die entscheidende Schlacht zur Vernichtung der Juden führen. Dem wird die Errichtung eines islamischen Staates als erste Phase des weltweiten Imam-Staats folgen. Ein wichtiges Element stellt dabei ein dem Iran gegenüber loyales Regime im Irak dar.

Die Schilderung des Khorasani in der schiitschen Vision des Zeitenendes ist kompatibel mit Irans spirituellem Führer, Ayatollah Ali Khamenai, dem Staatsoberhaupt des Iran.  Der Khoransani wird die Fackel dem Mahdi übergeben und dann zum obersten Muslim werden.

Die Beschreibung des Shuyeb bin Salah passt auf Ahmadinejad. Shuyeb, auch bekannt als al-Shabi al-Salah, ist die Figur, die nach der schiitischen Tradition die Armee des Mahdis führen wird, also der Kommandant der muslimischen Truppen. Shuyeb wird als sonnengebräunt und dünn beschrieben, mit einem kurzen Bart, aus Teheran stammend, entschlossen und kriegerisch. Man geht davon aus, dass Ahmadinejad sich selbst in dieser Rolle sieht, da er der historischen Beschreibung zu entsprechen scheint.

Oberstleutnant d. Res. Jonathan D. Halevi ist Senior Researcher of the Middle East and radical Islam am Jerusalem Center for Public Affairs.

Ashley Perry ist politischer Analytiker und hat u. a. für das Büro des Ministerpräsidenten gearbeitet.

(Yedioth Ahronot, 17.06.08. Mit freundlicher Genehmigung der Botschaft des Staates Israel, Berlin.)

Khomeinis Erben

“Israel hat alle notwenigen Anzeichen für einen Zusammenbruch”, denn der Kampf der Hisbollah im “33-Tage-Krieg” (2006) habe mit der “Entwurzelung und Erschöpfung des zionistischen Regimes geendet”1. Dies und noch viel mehr war auf einer Konferenz zum 19. Todestag Khomeinis zu hören, dessen Ungeist wiederzubeleben sich das herrschende Regime nach Kräften bemüht. Der iranische Aussenmininister Mottaki befand: “60 Jahre lang hat das Regime es nicht vermocht, sich eine Legitimation zu verschaffen.”2

Zustimmend zitiert er Khomeini, “der das zionistische Regime als Feind der Menschheit betrachtete” und weist darauf hin, dass Khomeini seine Opposition gegenüber Israel und “seine Parteinahme für die Rechte des palästinensischen Volkes” nicht auf eine bestimmte Zeit begrenzt sah. Schon Khomeini habe die Gefahr des Zionismus als eine “Gefahr für alle Völker und alle arabischen und islamischen Länder erkannt.” Denn “während der 30 Jahre seit dem Sieg der Islamischen Revolution haben es Libanesen und Palästinenser geschafft, durch die Übernahme der Ansichten Imam Khomeineis bezüglich der Freiheit Palästinanas und der Gegnerschaft gegenüber dem zionistischen Regime, viele der eigenen besetzten Gebiete zu befreien.3

Ein libanesischer (aber völlig unbekannter) Intellektueller namens Walid Mohammad Ali, freut sich: “Signale des Zusammenbruchs4, des Verschwindens5, des Einsturzes6 und des Ruins7 sind klar zutage getreten.” Ein senegalesischer Intellektueller erinnert daran, worin Khomeinis Erbe liegt: “Wir sind auf der Suche nach einer muslimischen Identität, weshalb Palästina kein arabisches Anliegen ist, sondern das aller Muslime.”8

Ganz recht: Die Ideologisierung des Palästinakonflikts dient der Begründung einer panislamischen Identität.

Ein weiterer Referent pflichtet dem bei: Jeder, der die Frage nach dem zionistischen Regime allein für eine politische Frage der angrenzenden Länder hält, irrt.”9 Auch die üblichen antiimperialistischen Töne dürfen dabei nicht fehlen. Ein libanesischer Referent verkündet: “Der Zionismus ist das Antlitz Amerikas und des Westens.”10 Und wieder: “Imam Khomeini war nicht nur den Iranern und der Schia verbunden, sondern allen Muslimen und der ganzen Menschheit.”11 Wobei der Westen folglich nicht Teil der Menschheit sein kann.

Wie dem auch sei, man nehme freundlichst zur Kenntnis: Letzten Endes ist Zionismus auch nur eine Chiffre für DEN Westen, gegen den der Hass sich insgesamt richtet. Israel steht lediglich an vorerster Front in den Vernichtungsphantasien der Khomeinisten.

Was gibt es sonst noch von der Konferenz zu berichten? Nur das übliche: Palästinensische Selbstmordattentate sind kein Terrorismus und – natürlich – sind die westlichen Medien zionistisch unterwandert. Interessant vielleicht noch dies: Auf der Konferenz war auch ein spanischer Redner namens Yusuf Fernández zugegen, der als Gründer der “ersten islamischen Webseite in spanischer Sprache” vorgestellt wird, über den man einiges im Internet finden kann. Er glaubt, dass die Medien in den islamischen Ländern dem Zugriff des Kapitalismus (und damit der Juden) entzogen seien.

Zum Abschied kommen noch einmal der Aussenminister und sein Referent zu Wort: “Die Freiheit des Iran vom Joch der Unterdrückung, Ausbeutung und ausländischer Hegemonie, die Freiheit des erhabenen Jerusalem aus den Krallen der Zionisten und das Verschwinden der Machthaber von der internationalen Bühne” seien die drei Schritte, die Khomeini als das Programm zur Rettung der Menschheit verkündet habe.12

Lauter Frustrierte, gewiss. Aber manchmal laufen sie Amok.


  1. به استيصال و درماندگي رژيم صهيونيستي انجاميده است [back]
  2. سال است که اين رژيم جعلي نتوانسته است براي خود مشروعيت ايجاد کند [back]
  3. طي 30 سال پس از پيروزي انقلاب اسلامي لبناني ها و فلسطيني ها با پيروي از ديدگاه هاي امام خميني در مورد آزادي فلسطين و مقابله با رژيم صهيونيستي توانستند بسياري از سرزمين هاي اشغالي خود را آزاد کنند [back]
  4. شكست [back]
  5. اضمحلال [back]
  6. فروپاشى [back]
  7. نابودى [back]
  8. ما به دنبال هويت اسلامي هستيم، بنابراين فلسطين مساله عربي نيست، بلکه مساله تمامي مسلمانان است [back]
  9. کساني که مساله رژيم صهيونيستي را تنها مساله سياسي با کشورهاي هم مرز با آن مي دانند، اشتباه مي کنند [back]
  10. صهيو نيسم، چهره آمريکا و غرب است [back]
  11. امام خميني تنها متعلق به ايرانيان و مذهب تشيع نيست بلکه از آن تمامي مسلمانان و بلکه بشريت است [back]
  12. آزادي ملت ايران از يوغ استبداد و استعمار و سلطه بيگانه، آزادي قدس شريف از چنگال صهيونيست ها و نابودي سطله گران در صحنه بين المللي را سه گام برنامه ريزي شده از سوي امام خميني براي نجات بشريت بيان کرد [back]

635 Mio. Chinesen der Armut entkommen

May 27, 2008 · Filed Under China, Zukunftsfragen · 1 Comment 

Schlechte Nachrichten für alle Kulturpessimisten: Die Liberalisierung der chinesischen Wirtschaft hat die Armut im Land drastisch reduziert. 635 Mio. Chinesen haben seit 1981 die Zeit der maoistischen Mangelversorgung hinter sich gelassen. (Und Lafontaines Segel suchen noch immer den Wind der Geschichte.)

Zu allem Überfluss ist in den letzten drei Jahren auch die Zahl der Terrorvergehen und Kampfhandlungen weltweit zurückgegangen, so eine UN-Studie. Dies steht natürlich in einem krassen Widerspruch zu dem populären Glauben, dass der Krieg gegen den Terror diesen erst anheize.

Aber welche linke Prophezeiung wurde nicht irgendwann von der Realität überholt? “An den Pessimismus gewöhnt man sich zuletzt wie an ein zu enges Sakko, das sich nicht mehr ändern lässt” wusste schon André Gide.

Bleibt dran, Genossen.


Siehe auch:

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